Versorgung

WWF-Umfrage: Deutsche wollen erneuerbare Energien

Der Klimawandel ist für die Bundesbürger kein abstraktes Phänomen mehr, sondern wird als realistische Bedrohung eingeschätzt. In einer aktuellen WWF-Umfrage stuften 74 Prozent der Befragten die Gefahren durch die Klimaveränderungen als groß oder sehr groß ein. Entsprechend ausgeprägt ist der Wunsch, in Zukunft verstärkt auf erneuerbare Energie zu setzen.

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Auf die Frage nach der bevorzugten Energiequelle für künftige Kraftwerke entschieden sich 72 Prozent für erneuerbare Energien und 22 Prozent für Gaskraftwerke. Kohle präferierten nur fünf Prozent. Der WWF wertet die Ergebnisse als klares Plädoyer für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohle. "Es wäre nicht nur teuer und ökologisch unsinnig, die alten Anlagen durch neue Kohlendioxid-Schleudern zu ersetzen, sondern auch politisch unklug", nimmt Regine Günther, Leiterin des Klimareferats beim WWF Deutschland, Bezug auf die aktuelle Umfrage.

Die WWF-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut IPSOS aus Mölln durchgeführt. Die Wissenschaftler fragten unter anderem, inwieweit die Investitionspolitik der Stromkonzerne die Bundesbürger bei ihrer Wahl des Energieversorgers beeinflusst. 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihren Stromversorger gegebenenfalls wechseln würden. Für einen großen Teil hängt die Entscheidung über den Versorger auch vom Preis ab. Für fast 40 Prozent käme ein Wechsel aus diesem Grund nicht in Frage. Auffällig: Frauen liegt sauberer Strom offensichtlich besonders am Herzen.

Für den WWF stützen die Ergebnisse eine zukunftsweisende Energiepolitik. Der Stromsektor nehme hierbei eine Schlüsselrolle ein, denn mehr als ein Drittel der weltweit vom Menschen erzeugten Kohlendioxid-Emissionen sei auf die Stromversorgung zurückzuführen. Die Verbrennung von kohlenstoffreichen Energieträgern wie Stein- und Braunkohle zur Stromerzeugung führe weltweit jährlich zu einem Ausstoß von rund 24 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. "Eine nachhaltige Energiepolitik basiert auf drei Säulen: dem Abschied von der Kohle, verbesserter Effizienz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien", erläuterte Regine Günther abschließend.