Neue Studie

WWF: NAP II führt in klimapolitische Sackgasse

Nach Ansicht des World Wildlife Fund (WWF) führt der aktuelle Entwurf des Nationalen Allokationsplans (NAP II) in die klimapolitische Sackgasse. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Berliner Öko-Instituts, die der WWF heute vorstellte. Außerdem wurde an Umweltminister Gabriel eine Petition übergeben.

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Berlin (red) - Die Studie mit dem Titel "Auswirkungen verschiedener Allokationsregeln auf die Investitionen im Strommarkt" beschäftigt sich vor allem mit dem deutschen Stromerzeugungssektor, da dieser nach Angaben des WWF allein für ein Achtel aller europäischen Kohlendioxid (CO2)- Emissionen verantwortlich ist.

Werden die vorgelegten Pläne in die Tat umgesetzt, wird der CO2-Ausstoß laut WWF-Studie nur geringfügig abnehmen. Problematisch seien auch die langjährigen Freistellungszeiträume für die Zuteilungsregelungen der folgenden Handelsperioden.

Ein Schwerpunkt wird in der Neuanlagenregelung gesehen. Deshalb wurden Modellanalysen für die Wirkung verschiedener Neuanlagen-Zuteilungsregelungen auf die Entwicklung des zukünftigen Kraftwerksparks und der damit einhergehenden Emissionen durchgeführt.

Nach Ansicht von Regine Günther, Leiterin des WWF-Klimareferats sind mit dem Entwurf der Bundesregierung die Ziele der europäischen und deutschen Klimapolitik nicht erreichbar. "Durch den Emissionshandel könnten bis zum Jahr 2030 Minderungen von etwa 60 Millionen Tonnen CO2 erzielt werden. Mit den jetzigen Regelungen erreichen wir mit 20 Millionen Tonnen nur ein Drittel der möglichen Minderung", so Günther. Dies entspreche im Vergleich zum Niveau der gesamten deutschen Treibhausgase einer Verringerung von nur fünf Prozent. Ein solcher Beitrag sei mit einem Minderungspfad von 60 bis 90 Prozent bis 2050 kaum noch vereinbar.

Mit der Übergabe einer Petition an Umweltminister Sigmar Gabriel unterstrich der WWF seine Forderung nach einem wirksamen Emissionshandel. Zehn WWF-Aktivisten überreichten Gabriel 2.000 Unterschriften und forderten ihn auf, die Weichen für eine klimafreundliche Energiepolitik zu stellen.

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