Neuer Aufschwung im Klimaschutz

WWF freut sich über russische Ratifizierung des Kyoto-Protokolls

Die Umweltorganisation WWF sieht das internationale Klimaschutzabkommen "auf der Zielgeraden". Nach der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch das russische Parlament könne das 1997 beschlossene Protokoll jetzt wirksam werden. Der WWF hofft zugleich, "dass die Signale auch in den USA verstanden werden".

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Berlin (red) - Die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls seitens des russischen Parlaments ist beim WWF auf freudige Zustimmung gestoßen. "Nachdem die Duma grünes Licht gegeben hat, ist das internationale Klimaschutzabkommen auf der Zielgeraden", kommentierte Regine Günther, Leiterin des Energie- und Klimareferats beim WWF Deutschland, die am vergangenen Freitag in der Duma gefallene Entscheidung.

Nun muss noch das Oberhaus des russischen Parlaments der Ratifizierung zustimmen, anschließend muss Präsident Putin noch unterschreiben. Dann muss das Dokument bei der UN hinterlegt werden. Nach 90 Tagen tritt der Vertrag automatisch in Kraft - das wäre der Startschuss für das erste international verbindliche Klimaschutzabkommen.

Die Entscheidung der Duma unterstreiche den politischen Willen, dem Klimawandel ernsthaft entgegenzutreten. Der WWF hofft, dass die Signale auch in den USA verstanden werden. Als größter Verursacher von Treibhausgasen müssen sie möglichst bald zum Kyoto-Prozess zurückfinden. "Die bisher vereinbarten Reduzierungen der Treibhausgase sind nur der Anfang. Wir müssen alles tun, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu begrenzen", so Regine Günther.

Nachdem sich US-Präsident Bush aus dem internationalen Abkommen zum Klimaschutz verabschiedet hatte, lag der Schlüssel für das Inkrafttreten des Vertrages bei Russland. Durch die Ratifizierung ist der Weg jetzt frei, damit das 1997 beschlossene Protokoll wirksam werden kann. Der Vertrag wird nur zu einer völkerrechtlich verbindlichen Vereinbarung, wenn 55 Länder ratifizieren, die 1990 für mindestens 55 Prozent der in den Industrieländern ausgestoßenen Kohlendioxidemissionen verantwortlich waren. Mit Russland, das damals rund 18 Prozent beitrug, wäre diese Quote erfüllt. 127 Staaten haben das Klimaschutz-Abkommen inzwischen ratifiziert. Nimmt man den russischen CO2-Ausstoß hinzu, liegt ihr Anteil am Emissionskuchen jetzt bei rund 62 Prozent. Die notwendige doppelte 55-er Hürde wird damit genommen.