Energiewende gefordert

WVM: Strompreise entwickeln sich zum Jobkiller

Die deutschen Strompreise tragen aktiv zur Vernichtung der energieintensiven Industrien in Deutschland bei. Dieser Auffassung ist jedenfalls die WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) und fordert deshalb ein unverzügliches Einschreiten der Politik und die Nutzung aller Möglichkeiten zur Strompreissenkung.

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Berlin (red) - Die in dieser Woche bekannt gewordene Schließung der Aluminiumhütte in Hamburg beweist nach Ansicht der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) auf dramatische Weise, dass die deutschen Strompreise aktiv zur Vernichtung der energieintensiven Industrien und tausender wertvoller Arbeitsplätze beitragen. Die Dachorganisation der deutschen Nichteisen-Metallindustrie forderte daher ein unverzügliches Einschreiten der Politik und die Nutzung aller Möglichkeiten, um wettbewerbsgerechte Strompreise für die deutsche Industrie zu gewährleisten.

Akuter Handlungsbedarf besteht nach Ansicht von WVM-Hauptgeschäftsführer Martin Kneer bei der Einpreisung der Emissionszertifikate für das Klimagas Kohlendioxid in die Strompreise. Derzeit hätten die anteiligen Kosten bereits eine Höhe von etwa 15 Euro je Megawattstunde erreicht. Dies sei insbesondere deshalb massiv zu kritisieren, weil der Großteil der Zertifikate im Frühjahr kostenlos an die Kraftwerksbetreiber ausgegeben wurde.

Kneer forderte die Stromversorger auf, schnellstens Angebote über industriegerechte Strompreise zu unterbreiten. Es überfordere den Standort, wenn Stromkonzerne höchste Renditen erwirtschaften und gleichzeitig Arbeitsplätze und Produktionstechniken mit weltweit höchster Effizienz und Umweltverträglichkeit vernichtet würden. Politik und Stromerzeuger müssen eine kurzfristige Energiewende ermöglichen, sie würden direkte Mitverantwortung für den Industriestandort Deutschland tragen, so Kneer weiter.