Langfristig

Wuppertal Institut: Die Energiewende ist finanzierbar

Klimaschutz und Ausstieg aus der Kernenergie können erreicht werden, ohne dass Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit in der Energiewirtschaft vernachlässigt werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Wuppertal Institut im Gegensatz zum gestern vorgelegten Energiebericht.

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Das Wuppertal Institut bemängelt, dass der gestern vom Wirtschaftminister vorgestellte "Umweltbericht" nur Bezug auf einige Forschungsergebnisse nimmt und einen Teil der energiewissenschaftlichen Debatte ausblendet. So hätten das Wuppertal Institut und andere Forschungseinrichtungen in den vergangenen Jahren in verschiedenen Studien aufgezeigt, wie Klimaschutz und Kernenergieausstieg erreicht werden können ohne die Prämissen des Energiewirtschaftsgesetzes (Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit) zu verletzen.

Eine langfristig angelegte Klimaschutzpolitik im Energiebereich (Kohlendioxid-Minderung um 50 Prozent bis 2030) führe auch unter Einbeziehung des im letzten Jahr beschlossenen Ausstiegs aus der Kernenergie entgegen den Darstellungen des Energieberichtes des BMWi zu allenfalls geringen Mehrkosten, hat das Institut herausgefunden. Voraussetzung hierfür sei es, dass es gelingt in konsequenter Weise die vielfach hoch wirtschaftlichen Möglichkeiten der rationellen Energienutzung und der Kraft-Wärme-Kopplung sowie der Energieeinsparung zu nutzen. Auch die begonnene Erfolgsstory des Ausbaus der erneuerbaren Energien müsse fortgesetzt werden. Dabei stünden Maßnahmen im Vordergrund, die nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern als heimische Quellen bzw. wegen des geringeren Energieeinsatzes auch die Versorgungssicherheit erhöhten.

Die Schlussfolgerung des Wuppertal Institut: Durch die mit einer solchen Entwicklung ausgelösten Investitions- und Innovationsdynamik seien eine Vielzahl von positiven Nebeneffekten zu erwarten. Selbst wenn dabei geringe volkswirtschaftliche Mehrkosten auftreten sollten, ergeben sich Chancen für die Schaffung einer Vielzahl von neuen und zukunftsfähigen Arbeitsplätzen. Es sei daher wichtig, bei der Diskussion um das richtige Profil der Energie- und Klimapolitik nicht nur die vermeintlichen Verlierer zu sehen, sondern auch die Gewinner mit einzubeziehen. Die Erfolge bei der Windenergie (insgesamt derzeit fast 20 000 Arbeitsplätze) sollten Mut geben, auch in anderen Bereichen als Vorreiter neue Märkte zu erschließen, z. B. bei den Brennstoffzellen und den effizienten Kraftwerkstechniken ebenso wie bei den Energieeinspartechnologien.