Strom-News
StudieWie bereits berichtet, könnte Europa mithilfe von Strom aus der Wüste fast seinen gesamten Strombedarf aus regenerativen Quellen decken. Doch diese Art der Stromerzeugung wäre laut einer aktuellen Studie auch noch rentabel: Trotz des langen Transportwegs wäre der Wüstenstrom immer noch deutlich billiger als "deutscher" Sonnenstrom.
München (AFP/red) - Der Strombedarf Europas könnte einer Studie zufolge bis Mitte des Jahrhunderts mithilfe von Wüstenstrom aus Nordafrika und dem Nahen Osten zum größten Teil aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Ein Ökostromanteil in Europa von über 90 Prozent bis 2050 sei "technisch möglich und wirtschaftlich machbar". So heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Wüstenstrom-Gesellschaft Desertec Industrial Initiative (DII). Bis zu 20 Prozent Ökostrom könnten die Europäer demnach aus Nordafrika oder dem Nahen Osten beziehen.
(Foto / Abb.: Siemens AG)
Strom aus Windkraft würde demnach den größten Teil der Energie aus den Wüstenregionen rund um das Mittelmeer ausmachen, gefolgt von Solarstrom, heißt es in der Studie. Zugleich könne Europa auf diesem Weg viel Geld in der Stromerzeugung sparen. Die Kosten für Ökostrom aus den Mittelmeer-Anrainerregionen lägen 20 Prozent unter den Ausgaben bei einer Produktion in Europa selbst. Ein solches internationales Versorgungssystem würde es zudem ermöglichen, die europäischen Kohlendioxid-Ziele bei der Energieerzeugung mit einer Verringerung des Ausstoßes um 95 Prozent zu erreichen.
Das Wüstenstrom-Projekt Desertec war Ende 2009 an den Start gegangen und gilt als das derzeit ehrgeizigste Infrastrukturprojekt der Welt mit notwendigen Investitionen in Höhe von rund 400 Milliarden Euro. Bis 2050 sollen in Nordafrika und im Nahen Osten große Solarkraftwerke und Windparks entstehen, um einen großen Teil des örtlichen und auch Teile des europäischen Stromverbrauchs zu decken. Zu den Desertec-Gesellschaftern gehören zahlreiche Konzerne aus Deutschland und anderen Ländern, darunter auch Siemens und die Münchner Rückversicherung.
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(Foto / Abb.: Siemens AG)Zwei europäische Initiativen für Strom aus der afrikanischen Wüste haben am Donnerstag einen Schritt nach vorn gemacht. In Brüssel wurde eine engere Kooperation zwischen dem in München beheimateten Desertec-Konsortium Dii (Desertec Industrial Initiative) und dem französisch-dominierten Netzentwickler Medgrid vereinbart.
Die Desertec Industrial Initiative treibt ihr Projekt zur Gewinnung von Strom in den Wüsten Afrikas voran. Im Dezember wolle man eine Vereinbarung mit Algerien unterschreiben, um ein weiteres Referenzprojekt auf den Weg zu bringen, sagte DII-Geschäftsführer Paul van Son dem "Handelsblatt" vom Dienstag.
Die Bundesregierung will eine Energie-Partnerschaft mit Marokko eingehen. Das sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Donnerstagabend in Berlin. Dabei gehe es nicht nur um das Projekt Wüstenstrom, sondern auch um Energieeffizienz und Forschung.
Nach dem Vorbild des deutschen Wüstenstromprojekts Desertec haben rund 20 französische Firmen am Donnerstag die Gesellschaft Medgrid gegründet. Sie soll die Machbarkeit von Stromleitungen unter dem Mittelmeer prüfen, die Sonnenkraft von Afrika nach Europa bringen sollen.
Die Wüstenstrom-Planungsgesellschaft DII GmbH ruft die Bundesregierung zu mehr Unterstützung auf. Nach Durchsicht des neuen Nationalen Aktionsplans für erneuerbare Energie sieht sich das Desertec-Konsortium ziemlich allein gelassen und fordert eine Einbindung des Projekts in das für Herbst erwartete Energiekonzept des Bunds.Strompreise vergleichen
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