Globale Energiewende

World Energy Outlook 2008: Umsteuerung in der Energieversorgung nötig

Die Internationale Energieagentur hat in dieser Woche ihre alljährlich erscheinende Übersicht über die weltweiten Energiemärkte vorgestellt und festgestellt, dass mit Blick auf den sich beschleunigenden Klimawandel dringend auf mehr erneuerbare Energien und Energieeffizienz umgesteuert werden muss.

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Berlin (red) - In Berlin wurde in dieser Woche der jährlich erscheinende World Energy Outlook 2008 (WEO) der Internationalen Energie Agentur (IEA) vorgestellt. Zentrale Aussage des Referenzszenarios: Ohne grundlegende Veränderungen in der weltweiten Energieversorgung werden die globalen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 45 Prozent ansteigen.

"Der Bericht zeigt einmal mehr: Wir brauchen eine globale Energiewende, um den Klimawandel in einem noch beherrschbare Rahmen zu halten und einen Anstieg der durchschnittlichen Temperatur um mehr als zwei Grad Celsius zu verhindern", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Astrid Klug in einer ersten Reaktion. Sollte alles so weitergehen wie bisher, würde die globale Erwärmung sechs Grad Celsius betragen - das von der EU verfolgte Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, wäre damit nicht zu erreichen. "Die Botschaft des World Energy Outlook ist deutlich: Wir brauchen langfristig und nachhaltig angelegte Strategien. Die Staatengemeinschaft muss 2009 in Kopenhagen hierfür die Weichen stellen und wirksame Emissionsminderungsziele definieren", so Klug weiter.

Der diesjährige WEO enthält neben dem Referenzszenario zwei Klimaszenarien. Diese unterstellen jeweils eine veränderte Struktur der Energieversorgung und gehen von einer unterschiedlichen Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre aus. Daraus resultiere, dass die Erderwärmung wahrscheinlich auf drei beziehungsweise zwei Grad Celsius begrenzt werden könne. Der IEA Bericht führt aus, dass mit Blick auf den sich beschleunigenden Klimawandel dringend umgesteuert werden muss. Eckpfeiler einer nachhaltigen Energieversorgung sind demnach ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Steigerung der Energieeffizienz. Ein internationaler Emissionshandel, der dem Beispiel des europäischen Emissionshandels folgt, soll helfen, den Umbau hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung zu finanzieren.

Astrid Klug kritisierte gleichzeitig, dass der WEO 2008 nach wie vor zu stark auf den Energiemix fixiert sei. Der wichtigste strategische Hebel zur Lösung der Energie- und Klimaprobleme sei aber die konsequente Steigerung der Energieeffizienz. Dafür müssten konkrete Politiken und Maßnahmen entwickelt werden. Diese reichen von besseren steuerlichen Rahmenbedingungen über die verbindliche Einführung von Top-Runner-Standards für Produkte, Effizienzstandards von Gebäuden bis hin zu Förderprogrammen. Im Energie- und Klimaprogramm (IEKP) der Bundesregierung liege der Schwerpunkt der Maßnahmen bei der Steigerung der Energieeffizienz.