Forschung

World Energy Outlook 2006 in Berlin vorgestellt

Der neue World Energy Outlook prognostiziert eine steigende Nachfrage nach fossilen Energieträgern, vor allem von Seiten der Entwicklungs- und Schwellenländer. Der Ausstoß an energiebedingten CO2-Emissionen werde massiv ansteigen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Dr. Fatih Birol von der Internationalen Energie Agentur (IEA) in Paris präsentierte am heutigen Montag die wichtigsten Ergebnisse der Studie World Energy Outlook 2006 vor über 150 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Bundeswirtschaftsministerium.

Der World Energy Outlook 2006 beschreibt in verschiedenen Szenarien die globale Energiezukunft bis zum Jahre 2030. Im Referenzszenario wird ein Bild gezeichnet, das von einem Zuwachs des Weltenergiebedarfs um mehr als 50 Prozent bis 2030 gekennzeichnet ist. Über 70 Prozent dieses Anstiegs beanspruchen die Entwicklungsländer, deren Wirtschaft und Bevölkerung stärker steigen als in den Industrieländern. Die steigende Nachfrage nach fossilen Energieträgern stellt aber die Sicherheit der Versorgung vor ernste Probleme und erhöht den Ausstoß an energiebedingten CO2-Emissionen um 55 Prozent.

Diesem Bild wird ein Alternativszenario gegenübergestellt, dass auf der Umsetzung von gegenwärtig geplanten energie- und umweltpolitischen Maßnahmen basiert. Dadurch ergeben sich gegenüber dem Referenzszenario Einsparungen beim Energieverbrauch von zehn Prozent und bei den CO2-Emissionen um 16 Prozent. Zu den hierfür erforderlichen Maßnahmen zählen verstärkte Einsparmaßnahmen und eine stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien und der Kernenergie.

Im Rahmen der Vorstellung der Studie bezeichnete Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, den Ausblick auf die künftige globale Energiesituation als "eine deutliche Warnung an uns alle." Die Studie zeige, dass nun alle zum gemeinsamen Handeln aufgerufen seien. Die Probleme seien global - und auch bei den Lösungsstrategien gebe es keine nationalen Sonderwege.