Bald wettbewerbsfähig

Wolf erwartet für Solarindustrie weiterhin hohe Wachstumsraten

Für die kommenden Jahre wird in der Berliner Solarwirtschaft ein deutliches Wachstum erwartet. Investitionen in dieser Branche hätten nicht nur klima-, sondern auch industriepolitische Aspekte, so Wirtschaftsenator Wolf. Deutschlands führende Position in dieser Technologie wirke sich positiv auf Investitionen aus.

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Berlin (ddp-bln/sm) - Zusammen mit Brandenburg sei Berlin eines der vier größten Zentren für die Produktion von Solaranlagen in der Bundesrepublik, führte der Berliner Wirtschaftsenator Harald Wolf (Linke) an. Dabei profitierten die Firmen in der Hauptstadt vor allem von den angeschlossenen Forschungszentren. Der Senator wies darauf hin, dass für das Wachstum der Branche die staatliche Anschubfinanzierung notwendig sei. Dazu zählte er unter anderem das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Energiespargesetz.

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, formulierte als Ziel der Branche die Wettbewerbsfähigkeit des Solarstroms mit konventionell erzeugter Energie bis 2010. Derzeit sei dieser mit 30 bis 45 Cent pro Kilowattstunde noch doppelt so teuer. Nach Berechnungen des Verbandes könnte in Berlin rund ein Drittel des Energiebedarfs durch Solartechnik gedeckt werden.

Der klimapolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Michael Schäfer, warf dem Senat vor, die Ansiedlung von Solarunternehmen in Berlin zu behindern, statt zu fördern. So sei der weltweit zweitgrößte Solarzellenproduzent Q-Cells wegen der "Trägheit der Wirtschaftsverwaltung" nach Sachsen-Anhalt gegangen, sagte er. Daher fordere er Wolf auf, einen Ansprechpartner in der Verwaltung für Neuansiedlungen von Unternehmen der "expandierenden Branche" zu benennen.

Die Branche hat in den vergangenen Jahren etwa 1000 Arbeitsplätze in Berlin geschaffen. Deutschlandweit sind nach Verbandsangaben 2006 rund 4,8 Milliarden Euro umgesetzt worden. Eigene Zahlen für Berlin lagen nicht vor.