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Woidke: Abbau des Kernkraftwerks Rheinsberg verläuft störungsfrei

Die Demontage des stillgelegten DDR-Kernkraftwerks Rheinsberg ist bisher ohne Probleme verlaufen. Der 1995 begonnene Abbau verlaufe "störungsfrei und unter Wahrung der Schutzziele", sagte Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke (SPD).

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Rheinsberg (ddp-nrd/sm) - Der Druckbehälter soll am Dienstag auf dem Schienenweg nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht werden. Umweltverbände kündigten Protestaktionen an. Der bereits am 11. Oktober ausgebaute Reaktor stehe "sicher verpackt" auf einem Spezialwaggon. "Mit dem Transport des unzerlegten Reaktordruckbehälters wird ein wesentlicher Schritt beim weiteren Rückbau dieser Anlage getan", sagte Woidke. Erstmals in der Bundesrepublik werde ein ausgebauter Reaktor im Stück auf dem öffentlichen Schienennetz transportiert.

"Das Land Brandenburg hat sich für eine Energiepolitik ohne die Nutzung der Kernenergie entschieden. Für die Landesregierung kam somit nur der kontinuierliche Rückbau dieser Anlage in Frage", sagte Woidke weiter. Damit seien rund 180 Mitarbeiter beschäftigt. Bis 2011 sollen die wesentlichen Abrissarbeiten abgeschlossen sein. Der Versuchsreaktor war 24 Jahre lang in Betrieb.

Das AKW wird durch die Energiewerke Nord GmbH in Lubmin zurückgebaut. Nach Angaben des Unternehmens wurde für die etwa 150 Kilometer lange Überführung des 110 Tonnen schweren und kontaminierten Reaktordruckbehälters ein Spezialwaggon vorbereitet. Aus Sicht der Deutschen Bahn AG ist die Strecke sicher und kann befahren werden.

Der Versuchsreaktor war insgesamt 24 Jahre lang in Betrieb. Er soll strahlengeschützt unter einer 15 Zentimeter dicken Stahlabschirmung befördert werden. Nach seiner Ankunft in Lubmin wird die radioaktive Altlast im Sicherheitstrakt des neuen Lagergebäudes am Greifswalder Bodden deponiert.

Der 70-Megawatt-Block war im Mai 1966 in Betrieb gegangen. Bis zu seiner Abschaltung nach 24 Jahren war der Block mehr als 130.000 Stunden am Netz. Insgesamt hatte das Atomkraftwerk Rheinsberg rund 9000 Gigawattstunden Strom geliefert.