Stellungnahme

Wohnungswirtschaft beklagt steigende Energiepreise

Die Thüringer Wohnungswirtschaft beklagt die schnell steigenden Energiekosten. "Die zweite Wohnungsmiete wird zum Kostentreiber", sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Thüringer Wohnungswirtschaft (vtw), Norbert Nareyke, in Erfurt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Besonders bei der Fernwärme sei in diesem Jahr mit einem deutlichen Preisanstieg von 13 bis 15 Prozent zu rechnen, fügte er hinzu. Weitere Preistreiber seien die Müllgebühren mit durchschnittlich knapp 20 Prozent, Wasser mit knapp acht Prozent und Abwasser mit knapp fünf Prozent Preissteigerungen.

Nareyke sprach sich deutlich gegen die geplante Pauschalierung der Heizkostenzuschüsse für "Hartz IV"-Empfänger aus. Das Hauptproblem bestehe in der Frage, dass der "Hartz IV"-Empfängern zugestandene Wohnraum nicht zur Verfügung stehe. "Der Markt kann die Nachfrage nach kleinen Wohnungen nicht befriedigen", sagte Nareyke. Zudem sei es kein Ausweg, wenn die Arbeitsgemeinschaften die Betroffenen in unsanierten Wohnraum bringen wollten. Zwar seien dort die Mieten niedrig, dafür aber die Heizkosten wegen fehlender Wärmedämmung und veralteter Steuerungstechnik überdurchschnittlich hoch, so dass sie durch eine Pauschale nicht abgedeckt werden könnten. "Wir sind strikt gegen Schlicht- und Billigwohnungen", sagte der Verbandschef.

Nach seinen Angaben betreut der vtw derzeit in Thüringen rund 320.000 Wohnungen, etwa ein Drittel des gesamten Wohnungsbestandes von knapp 1,1 Millionen Wohnungen. Vier Fünftel der Wohnungen seien saniert. Den Leerstand bezifferte Nareyke auf etwa zwölf Prozent. Bisher hätten die dem vtw angehörenden Unternehmen bereits 21.500 leer stehende Wohnungen vom Markt genommen. 5.800 Wohnungen sollen in diesem Jahr abgerissen werden, bis 2010 noch einmal 19.400.

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