Statement

Wohnungsunternehmen fordern Preisaufsicht für Energiekosten

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) fordert eine stärkere Aufsicht über die Energie-, Wasser- und Müllgebühren. Verbraucher müssten vor extremen Ausschlägen geschützt werden, sagte BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern am Donnerstag in Potsdam.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp/red) - Die zum vierten Mal vorgenommene Auswertung der "BBU-Preisdatenbank" mache deutlich, dass sich besonders die Heizenergiepreise "extrem sprunghaft" entwickelten.

Kern führte als Beispiel die Gaspreise im Land Brandenburg an. Auf eine Preissteigerung um durchschnittlich 15 Prozent zum Januar 2009 folgte bis Januar 2010 eine Preissenkung um durchschnittlich 21,6 Prozent. "Kurzlebige Preisanhebungen oder -senkungen um jeweils rund ein Fünftel haben mit der allgemeinen Inflationsentwicklung weniger zu tun als eher mit Energie-Spekulationen", äußerte sie.

Kern verwies zudem auf deutliche Energiepreisunterschiede zwischen Brandenburg und Berlin. Fernwärme koste im märkischen Durchschnitt rund 30 Prozent, Gas rund acht Prozent und Strom über zehn Prozent mehr als in Berlin. Bei der Müllentsorgung liege die Preisdifferenz sogar bei über 110 Prozent.

Bei Strom kam es im Mittel zu einer Preissteigerung um 4,1 Prozent. Spitzenreiter bei den Erhöhungen waren den Angaben zufolge Spremberg (12,3 Prozent), Luckenwalde (10 Prozent) und Angermünde (9,8 Prozent). Nur in Ludwigsfelde, das jetzt günstigster Anbieter sei, sanken die Preise. Die Differenz zwischen Ludwigsfelde und der teuersten Stadt Spremberg liege bei 22 Prozent je Kilowattstunde (kWh). In Spremberg müsse ein Haushalt bei einem Jahresverbrauch von 2500 kWh pro Jahr rund 125 Euro mehr zahlen als in Ludwigsfelde.