Anreize schaffen

Wöller gegen erzwungenen Einsatz von regenerativen Energien

Sachsens Umweltminister Roland Wöller (CDU) hat sich gegen Pläne von Bundesumweltminister Gabriel ausgesprochen, Hauseigentümer zum Einsatz von regenerativen Energien für die Wärmeversorgung zu verpflichten. Stattdessen sollten bessere Anreize für den freiwilligen Einsatz geschaffen werden.

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Dresden (ddp-lsc/sm) - Mit zwanghaften Maßnahmen zulasten der Bürger komme man beim Klimaschutz nicht weiter, sagte Wöller am Mittwoch in Dresden. Vielmehr sollten verstärkt Anreize geschaffen werden, damit der Bürger freiwillig auf klimafreundliche Technologien zurückgreife. Der vom Bund vorgesehene Förderrahmen reicht aus Wöllers Sicht nicht aus.

Die Landtagsfraktion der Grünen warf Wöller indes vor, falsche Vorbehalte zu verstärken. Der energiepolitische Sprecher Johannes Lichdi sagte, der Einsatz erneuerbarer Energie im Wärmebereich von Häusern sei gut für den Klimaschutz und den Geldbeutel der Hauseigentümer und senke die Mietnebenkosten. Ein Umweltminister sollte dafür bei den Hauseigentümern werben.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch liegt den Angaben zufolge in Sachsen derzeit bei 4,8 Prozent. Ziel sei es, ihn bis 2010 auf fünf Prozent zu erhöhen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch liege bei 11,4 Prozent. Rund 5200 Beschäftigte gibt es im Freistaat im Bereich der erneuerbaren Energien, insbesondere in der Solarenergiewirtschaft und der Biomasse-Branche. Der Umsatz der Unternehmen sei seit 2002 von 421 Millionen Euro auf jetzt 1,6 Milliarden Euro gestiegen.