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19.10.2010, 13:55 Uhr

Strom-News

Hintergrund

Wissenswert: Wie der Strompreis entsteht

Unter anderem durch die neue EEG-Umlage werden die Strompreise weiter steigen. Immer wieder gibt es Streit darüber, wer für den Anstieg eigentlich verantwortlich zeichnet. Warum das so ist, zeigt ein Blick hinter die Kulissen. Wie setzt sich der Strompreis eigentlich zusammen, und welchen Teil davon zahlt der Verbraucher nur indirekt?

Berlin(afp/red) - Die Strompreise steigen seit rund zehn Jahren immer weiter. Über die Gründe streiten sich Konzerne, Politik und Verbraucherschützer seit langem. Dies liegt auch daran, dass sehr viele verschiedene Komponenten in die Höhe des Strompreises einfließen.

Stromeinkauf

Die Beschaffung des Stroms ist nur ein Preisbestandteil unter vielen. Der Bundesverband der Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt den Anteil für 2009 mit 37 Prozent an, rechnet aber die Kosten für Service und Vertrieb mit ein. Ein Anhaltspunkt: 2006 machten Vertrieb und Service elf Prozent des Preises aus - die Beschaffung allein dürfte also eher nur ein Viertel des Preises ausmachen. Der Einkaufspreis wird maßgeblich bestimmt von der Leipziger Strombörse, dem wichtigsten Handelsplatz in Europa.

Netzentgelte

24 Prozent des Strompreises machten vergangenes Jahr die Gebühren aus, die Versorger für die Durchleitung ihres Stroms bezahlen müssen. Vor wenigen Jahren standen diese Kosten noch für ein Drittel des Strompreises. Die Bundesnetzagentur bremste die Netzbetreiber aber aus und deckelte in den vergangenen Jahren die Preise, die sie von den Versorgern verlangen dürfen.

Ökostrom-Umlagen

Die Versorger müssen erneuerbare Energien in ihr Netz einspeisen und den Erzeugern staatlich festgelegte Preise zahlen, die über den Kosten für herkömmlichen Strom liegen. Die Stromkonzerne geben die Mehrkosten an die Kunden weiter. Zuletzt machten die Abgaben für erneuerbare Energien 5,2 Prozent der Strompreise aus, 1,0 Prozent jene für Kraft-Wärme-Kopplung, die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Heizwärme. 2006 lag der Anteil noch bei vier Prozent, stieg aber durch den Ausbau der erneuerbaren Energien an. Nach der Erhöhung der EEG-Umlage dürfte dieser Anteil im kommenden Jahr nochmals deutlich steigen.

Steuern und Abgaben

Gezahlt werden muss die Stromsteuer in Höhe von 8,8 Prozent. Dazu kommt die Mehrwertsteuer: Sie beträgt auch für Strom 19 Prozent und hat dadurch am endgültigen Strompreis einen Anteil von 16 Prozent. Daneben muss eine sogenannte Konzessionsabgabe von knapp acht Prozent gezahlt werden. Diese geht an die Städte und Gemeinden für die Nutzung der Infrastruktur. Der Anteil der Abgabe ist zuletzt gesunken, nachdem er 2006 noch bei elf Prozent lag.

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