Energiealternativen

Wissenschaftler erarbeiten Datenbank zur Erdwärme

Der Nordosten gehöre zu einem von drei Gebieten in Deutschland, in denen sich eine Energiegewinnung über Erdwärme rechnen könne, sagen Wissenschaftler. Bis nächstes Jahr soll für Mecklenburg-Vorpommern eine digitale Datenbank zur Geothermie eingerichtet werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin/Güstrow (ddp/sm) - Für Mecklenburg-Vorpommern wird bis 2008 eine digitale Datenbank zur Geothermie eingerichtet. Das Informationssystem soll Auskunft über Erdwärmevorkommen in bis zu 2500 Meter Tiefe geben. Die Daten seien wichtig für die Erschließung und Nutzung von bis zu 150 Grad Celsius heißem Wasser für Heizzwecke und Stromerzeugung, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) am Mittwoch in Schwerin. Das System werde vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie sowie der Firma Geothermie Neubrandenburg erarbeitet.

Der Nordosten gehöre zu einem von drei Gebieten in Deutschland, in denen sich diese Art der Energiegewinnung rechnen könne, sagte Seidel. Die Daten sollen in einen deutschlandweiten digitalen Atlas für geothermische Ressourcen einfließen. Der Bund fördert die Forschungen bis 2008 mit rund 2,5 Millionen Euro.

Mecklenburg-Vorpommern gilt bereits seit längerem als Wegbereiter der Geothermie in Deutschland. Schon zu DDR-Zeiten waren im Nordosten Bohrungen in die Erdkruste getrieben worden, um Fernwärmenetze mit geothermisch gewonnener Heizwärme zu speisen. Mit dem Know-how im Rücken gründete sich später die Firma Geothermie Neubrandenburg, die inzwischen bundesweit an Projekten zur Nutzung der Erdwärme arbeitet.

Im Land gibt es den Angaben zufolge derzeit drei Erdwärme-Kraftwerke. Die erste deutsche Anlage dieser Art hatte laut Wirtschaftsministerium bereits 1984 in Waren den Betrieb aufgenommen. Angesichts des Rückgangs und der ständigen Verteuerung fossiler Energieträger gilt die schier unerschöpfliche Energie im Erdinneren nach Ansicht von Experten inzwischen als eine von mehreren Zukunftsalternativen.