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ChancenDie Energiewende bietet nach Ansicht von Wissenschaftlern große Chancen für Deutschland. "Angesichts unserer unglaublichen Innovationskraft birgt die sinnvolle Nutzung der erneuerbaren Energien ein Riesenpotenzial", sagte Joachim Knebel vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Nachrichtenagentur dapd.
Karlsruhe (dapd/red) - Nichtsdestotrotz brauche Deutschland auch nach dem geplanten Ausstieg aus der Atomenergie weiterhin Kompetenzen in kerntechnischer Forschung, sagte Knebel, der als Bereichsvorstand auch für die Nuklearforschung zuständig ist, vor Beginn der "Jahrestagung Kerntechnik 2012" am Dienstag in Stuttgart.
Technisches Wissen wird wichtiger denn je
(Foto / Abb.: Bernd Boscolo / Pixelio.de)"Wenn wir auf diesem Gebiet kein Wissen mehr haben, dann wird auch international niemand mehr auf uns hören, wenn wir Vorschläge machen, wie Kernkraftwerke in anderen Länder sicher betrieben werden sollen", argumentierte der Forscher. Das sei schon schwierig genug, wenn man selber keine Atomkraftwerke mehr habe. "Man stelle sich vor, so etwas wie Fukushima passiert in der näheren Umgebung und wir haben kein Wissen um Vorausrechnungen zu machen, wann welche Radioaktivität bei uns ankommt", gab Knebel zu bedenken.
In die Energiewende müssten die Bürger einbezogen werden, forderte Knebel von der Politik. Das Thema sollte stärker in die Öffentlichkeit gebracht und Anreize geschaffen werden, forderte er. "Warum sollte man die Waschmaschine und den Geschirrspüler nachts laufen lassen, wenn das nicht auch einen finanziellen Vorteil bringt?" Bislang gebe es aber keine gestaffelten Strompreise und der Stromanteil am monatlichen Budget der einzelnen Haushalte sei so gering, dass es schwierig sei, jemanden zum Sparen zu überzeugen.
Das KIT stehe als nationales Forschungszentrum voll hinter dem Ausstieg aus der Atomenergie, sagte der Wissenschaftler. "Wir sind dabei, unser Forschungsprogramm so anzugleichen, dass es den Zielen, die mit den Schlagworten Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Speicher oder Netze umfasst werden, Rechnung trägt." Das Institut in Karlsruhe habe sich die Aufgabe gestellt, das größte nationale Energieforschungszentrum zu sein, wobei alle Energieerzeugungsformen gleichermaßen betrachtet würden.
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