Ölpreissteigerung

Wirtschaftsweise gegen Senkung der Ökosteuer

Als "ganz falsch" und "hektisch" bezeichnete Wolfgang Wiegard, Chef der Wirtschaftsweisen, die Senkung der Ökosteuer aufgrund des hohen Ölpreises. Einen Einfluss auf das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes indes wollte er nicht ausschließen, dabei gehe aber maximal um ein Viertel Prozent.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Chemnitz (ddp/sm) - Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Wiegard, warnt angesichts der hohen Ölpreise vor Hysterie und spricht sich gegen eine Senkung der Ökosteuer aus. Der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe) sagte Wiegard, dass die Ölpreisentwicklung natürlich "ein gewisses Risiko" für die Konjunktur darstelle. "Modellgestützte Berechnungen", nach denen ein anhaltend hoher Ölpreis das Bruttoinlandsprodukt möglicherweise um einen Viertelprozentpunkt pro Jahr absenke, seien aber "mit Vorsicht zu genießen".

Wiegard betonte, vor nicht allzu langer Zeit sei die Wechselkursentwicklung als Bedrohung empfunden worden, jetzt seien es die Ölpreise. "Ganz falsch wäre es meines Erachtens, mit hektischen Maßnahmen zu reagieren und etwa die Ökosteuer zu senken", erklärte der Wirtschaftsweise und fügte an: "Die steigenden Preise signalisieren eine zunehmende Ölknappheit, die sich nicht dadurch beseitigen lässt, dass die Ökosteuer reduziert wird."

Jedoch bliebe ein weiterer Anstieg des Preises für Mineralöl oder auch schon ein verharren auf dem jetzigen Niveau nicht ohne Einfluss auf das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes, sagte Wiegard der Chemnitzer "Freien Presse" (Mittwochausgabe). Allerdings lasse erst ein Anstieg des Ölpreises um zehn Dollar pro Barrel über vier Quartale in den beiden folgenden Jahren das Wirtschaftswachstum um rund 0,25 Prozentpunkte geringer ausfallen.