Trassenbau unnötig

Wirtschaftsprofessor wirft Vattenfall Profitgier vor

Mit Blick auf den geplanten Bau einer Starkstromtrasse durch den Thüringer Wald hat der Wiesbadener Wirtschaftsprofessor Lorenz Jarass dem Energiekonzern Vattenfall Profitgier vorgeworfen. Er hält den Bau einer neuen Stromtrasse für nicht notwendig.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Mit der neuen Leitung wolle Vattenfall lediglich den vollen Betrieb seiner Kern- und Kohlekraftwerke bei höherer Windenergieeinspeisung sichern, sagte Jarass am Montag in Erfurt. Dies sei ein "gutes Geschäft" für Vattenfall - allerdings torpediere der Konzern damit die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung, die den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf 30 Prozent erhöhen wolle.

Der Energiekonzern Vattenfall will nach eigenen Angaben mit der neuen Leitung von Halle nach Schweinfurt Energie aus Windkraftanlagen von der Küste aufnehmen. Nach einem Gutachten von Jarass ist der Bau der Trasse dafür aber nicht notwendig. Selbst wenn der gesamte Windenergieexport über Südthüringen nach Oberfranken erfolgen würde, müsste lediglich die bestehende Leitung zwischen Remptendorf und Redwitz ausgebaut werden, sagte Jarass und fügte hinzu: "Die Netzoptimierung würde nur ein Fünftel der geplanten Freileitung kosten, ein Neubau ist somit grober Unsinn".