Kostenrisiko

Wirtschaftsprofessor lehnt Erdverkabelung im Thüringer Wald ab

Der Wiesbadener Wirtschaftsprofessor Lorenz Jarass lehnt die von Vattenfall vorgeschlagene Erdverkabelungslösung beim Bau der Starkstromtrasse durch den Thüringer Wald ab. Das Kostenrisiko sei zu groß, zudem seien die bestehenden Leitungen bis etwa 2015 ausreichend.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Wiesbaden/Erfurt (ddp-lth/sm) - "Die Landesregierung darf sich im laufenden Planfeststellungsverfahren nicht von dem Energiekonzern an der Nase herumführen lassen", sagte Jarass. Die stückweise Verlegung der Trasse unter Tage berge "ein ungeheures Kostenrisiko" in sich und treffe am Ende den Verbraucher durch höhere Energiepreise.

Sollte die Landesregierung die Erdverkabelung dennoch als Option sehen, verwies Jarass auf die Möglichkeit einer Verlegung im Rahmen des Baus der ICE-Strecke von Erfurt nach Coburg. Dies sei "weitaus kostengünstiger und vertrage sich zudem mit Umweltstandards".

Vattenfall plant seit zwei Jahren den Bau einer Starkstromtrasse von Halle nach Schweinfurt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Jarass in einem Gutachten die wirtschaftliche Zumutbarkeit des gesamten Projekts in Frage gestellt und Vattenfall dabei eine fehlerhafte Beurteilung der Entwicklung am Strommarkt vorgeworfen.

Nach Ansicht von Jarass geht der Konzern "von Strommengen aus Windkraft aus, wie sie in Deutschland nur extrem selten" vorkämen. Für den tatsächlichen Bedarf hält er die vorhandenen Leitungen in Thüringen mindestens bis ins Jahr 2015 für "völlig ausreichend".