Wirtschaftsministerium und Energieagentur NRW starten "Energienetzwerk NRW" - Kommunen bündeln Kräfte, um Energiemanagement voranzubringen

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Viele Wege führen zur besseren Energiebilanz, viele Wege zu optimierten Energiekosten. Heizöl und Erdgas haben sich jüngst enorm verteuert, die Preise für Strom ziehen wieder an. Die Frage der Energiekosten im Betrieb bleibt Dauerbrenner - zugleich aber entstehen auch immer neue Erkenntnisse und Technologien zur ökonomischeren Verwendung von Energie. Vor diesem Hintergrund haben das Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und die Energieagentur Nordrhein-Westfalen am Dienstag in Gelsenkirchen ein neues Projekt ins Leben gerufen: "Das Projekt 'Energienetzwerk NRW' soll beispielhaft in den Ruhrgebiets-Städten Duisburg, Gelsenkirchen und Hattingen Synergien nutzen, Kräfte bündeln - und hier ein deutliches Signal in Sachen rationeller Energienutzung, Energie sparen und Zukunftsenergien setzen", so Minister Ernst Schwanhold zum Start des Projekts "Energienetzwerk NRW" in Gelsenkirchen.



An dem in Gelsenkirchen ins Leben gerufenen Energienetzwerk NRW beteiligen sich zunächst fünf Kommunen: Duisburg, Gelsenkirchen und Hattingen begannen Anfang der Woche mit der Arbeit, vorgesehen sind zudem Ahlen und Oer-Erkenschwick. Gemeinsam mit Dr. Norbert Hüttenhölscher (Leiter der Energieagentur NRW) und Gelsenkirchens Oberbürgermeister Oliver Wittke stellte Frank Thiemler vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium das landesweit einmalige Projekt vor. Da es in Gelsenkirchen eine Fülle von Initiativen mit vielen engagierten Personen gebe, die sich mit dem effizienteren Einsatz von Energie und damit für den Klimaschutz einsetzen, habe man diese Stadt für den Projektstart ausgewählt. "Es geht dabei um die besseren Energiebilanzen der Kommunen selbst, aber auch um die der Unternehmen, Gewerbetreibenden oder Hauseigentümer, die in diesen Kommunen leben", so Hüttenhölscher.



Die Stadt Gelsenkirchen sei wirtschaftlich eng mit dem Faktor Energie verbunden, sagte Gelsenkirchens Oberbürgermeister Oliver Wittke. "Dabei steht nicht nur die Energiegewinnung im Mittelpunkt. Gerade bei der Energieeinsparung können noch große Potentiale erschlossen werden. Gemeinsam mit dem Energienetzwerk NRW können diese Möglichkeiten in unserer Stadt künftig besser erkannt und ausgeschöpft werden. Dabei ergeben sich auch große Chancen für die Wirtschaft in Gelsenkirchen."



Die Stadtverwaltung selbst werde ihren gesamten Energieverbrauch im Rahmen einer "E-Fit"-Woche auf den Prüfstand stellen und dabei die Erfahrungen der anderen Kommunen einbinden, so Wittke. Die Aktionswochen "E-Fit" sind ein Angebot der Energieagentur NRW. Das Projektziel sieht die Vernetzung von wichtigen kommunalen Akteuren im Bereich Energieeinsparung, rationelle Energieverwendung und Nutzung erneuerbarer Energien vor. Es gilt, Energieeffizienz-Projekte anzustoßen und umzusetzen. Auch untereinander sollen die fünf Kommunen später verbunden werden, ein Erfahrungsaustausch soll initiiert werden.



"Energiemanagement heißt Geld sparen, heißt Wettbewerb stärken, heißt kommunale Budgets entlasten. Ein strategisches Energiemanagement schafft auch neue Investitionsmöglichkeiten. Neue Technologien bedeuten auch, Arbeitsplätze zu erhalten oder gar neue zu schaffen", so Thiemler. Das Energienetzwerk NRW soll diese Entwicklungen beschleunigen. Rund um das Thema Energierationalisierung haben sich interessante Geschäftsfelder aufgetan und man wolle Unternehmen in den Netzwerk-Kommunen die Möglichkeit bieten, hieran zu partizipieren. "Wir werden Verbraucher, Verwaltung und Unternehmen der jeweiligen Kommunen an einen Tisch bringen und mit ihnen gemeinsame Projekte erarbeiten. Diese Aktivitäten werden nicht nur Klima und Ressourcen entlasten, sondern auch die Geldbeutel von Kommunen und Unternehmen schonen", so Hüttenhölscher.



Die Energienetzwerk-Kommunen engagierten sich bereits sehr, um Energie ökonomischer zu verwenden und erneuerbare Energien zu fördern. Dennoch könnten ihre Aktivitäten noch ausgebaut werden: Gebäude sollen energetisch saniert und Energie in kleinen und mittleren Unternehmen rationeller verwendet werden. Auch Contracting-Modelle, die eine kostengünstige energetische Erneuerung ermöglichen, sollen umgesetzt werden. Hervorgegangen ist die Idee für ein Energienetzwerk NRW aus einem Projekt des Ministeriums für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr des Landes NRW in Duisburg.



Im Rahmen des Energienetzwerks soll das Energieberatungsmobil NRW des Landes genutzt werden, Workshops und Fortbildungen sollen angeboten werden, im Rahmen des Projektes "EnergieSchule NRW" bietet die Energieagentur NRW den Schulen Unterstützung, der Verbraucher soll einen Heizspiegel ebenso wie Kalkulationstabellen für Photovoltaik oder Informationen über energiesparende Haushaltsgeräte etc. erhalten. Vom rationellen Einsatz von Druckluft in einer Kfz-Werkstatt oder effizienter Beleuchtungssysteme in einer Bäckerei bis zum Einbau und zur Finanzierung neuer Energiezentralen und dem "Gebäude-Check Energie" für private Hausbesitzer - all diese Aktivitäten will die Energieagentur NRW mit den Aktivisten vor Ort unter dem Dach des Energienetzwerkes NRW in Gelsenkirchen und den anderen Kommunen auf den Weg bringen und koordinieren. Im November soll es einen ersten Workshop zur neuen Energieeinsparverordnung, zur Energierationalisierung in Betrieben und zum Thema Solarmarketing geben. Die Veranstaltung wendet sich an Unternehmer, Verbände, kommunale Entscheidungsträger, Handwerker und andere Interessierte.



Erste Projektgruppen wurden gebildet - zum Beispiel zu den Themen Heizspiegel, Energetische Sanierung von Wohngebäuden, Ökoprofit, EnergieSchule - Klimaschutz macht Schule, Rationelle Energieverwendung im Betrieb und Sonne nutzen. Interessierte Vertreter aus unterschiedlichsten Institutionen in Gelsenkirchen können sich bei der Energieagentur NRW anmelden.



Das Projekt ist ab sofort auch im Internet einsehbar. Unter der Adresse www.energienetzwerk-nrw.de finden sich alle aktuellen Informationen. Anmeldungen zum Workshop oder zu den Arbeitsgruppen sollten erfolgen bei: Energieagentur NRW, Morianstr. 32, 42103 Wuppertal, Tel.: 0202-2455255, Fax: 0202-2455250.