Kein Infobedürfnis

Wirtschaftsministerium stellt Bürgertelefon zum Stromanbieterwechsel ein

Kein Anschluss unter dieser Nummer: Still und leise hat das Wirtschaftsministerium das Bürgertelefon zum Stromanbieterwechsel eingestellt. Die Beschwerden seien zurück gegangen, sagte Task-Force-Chef Schultz dem strom magazin auf Nachfrage. Vorher teilte das BMWI mit, dass private Kunden den Anbieter jetzt innerhalb eines Monats wechseln können.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Wie das strom magazin heute erfuhr, hat das Wirtschaftsministerium das erst im Januar gestartete Bürgertelefon zum Stromanbieterwechsel wieder eingestellt. Wie Klaus-Peter Schultz, Leiter der Task Force Strom & Gas beim Wirtschaftsministerium, dem strom magazin telefonisch sagte, sei das Informationsbedürfnis geringer geworden.

Zudem hatten immer öfter Verbraucher angerufen, die eine Auskunft zu den günstigsten Stromanbietern haben wollten. "Das lag nicht in unserem Auskunftsspektrum", erläuterte Schultz die Beweggründe für die Einstellung des Bürgerservices. Da zudem ein Beschwerderückgang zu verzeichnen gewesen sei, hätte man sich zu diesem Schritt entschlossen. Als Äquivalent bietet das Wirtschaftsministerium nun ein Merkblatt an, in dem alle Informationen zum Lieferantenwechsel zusammengefasst sind. An einer gedruckten Broschüre arbeitet die Task Force zudem.

Gegenüber dem strom magazin zeigte sich Schultz zufrieden mit seiner Arbeit. Der Rückgang der Beschwerden hätte gezeigt, dass die Arbeit der Behörde schon einige Erleichterung beim Wechsel des Stromlieferanten gebracht habe. Gerade heute hätte die Task-Force einen weiteren Erfolg vermelden können. Auf ihre Initiative hin haben die Stromversorger zugesagt, den Anbieterwechsel von Privatkunden innerhalb eines Monats zu realisieren. Wird nun ein Lieferverhältnis zum Monatsletzten gekündigt, so können innerhalb eines Monats alle für einen Wechsel erforderlichen Aktivitäten durchgeführt werden, damit der neue Lieferant seine Lieferung am nächsten Monatsersten aufnehmen kann. Voraussetzung hierfür ist, dass Netzbetreiber und Lieferanten bestimmte Arbeitsschritte einhalten und ihren Geschäftsverkehr in elektronischer Form auf Basis einheitlicher Datenformate unter Beachtung bestimmter Mindestanforderungen an die Datenqualität abwickeln.

Als nächstes wolle man die Umzugsproblematik angehen, sagte Schultz dem strom magazin. Derzeit muss bei einem Umzug ein zwölf-monatiger Vertrag mit dem Regionalversorger abgeschlossen werden. Erst anschließend ist ein Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich.