Wirtschaftsminister Schommer: Angstreaktion der EEX

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
"Ich hätte nicht gedacht, dass unsere junge Leipziger Strombörse LPX bei der Frankfurter Konkurrenz gleich zu solchen Angstreaktionen führt", kommentierte Sachsens Wirtschaftsminister Dr. Kajo Schommer die Ankündigung der European Power Exchange (Frankfurt), für das Jahr 2000 die Spotmarktgebühren auszusetzen. "Erst im März hatte Frankfurt wegen der Leipziger Konkurrenz sein Konzept umgeworfen. Jetzt macht sie sich zum billigen Jakob. Ich werde diesen Schritt prüfen lassen. Seit wann entscheidet eine Börsen-Hauptversammlung über Gebührenhöhe oder Gebührenerlass? Was sagt der Börsenrat dazu? Oder hat sich die Frankfurter Börse bereits selbst aus der hessischen Börsenaufsicht entlassen und sich London unterstellt? Für mich ist das unlauterer Wettbewerb", schimpft Schommer weiter.


Die LPX, Leipzig Power Exchange, die erste deutsche Strombörse mit Sitz in Ostdeutschland, hat erst vor wenigen Wochen mit anfangs einem guten Dutzend Teilnehmern den Handel aufgenommen. Von Woche zu Woche sind es mehr geworden, zuletzt 19. Die Handelsmengen betragen täglich mehr als 4.000 Megawatt. "Dieser Erfolg spricht für sich", so Sachsens Wirtschaftsminister Schommer. Die Frankfurter EEX-Strombörse hatte angekündigt, einen großen Teil ihrer Gebühren auszusetzen. Bleiben solle lediglich die Eintrittsgebühr. Diese hatte EEX im Internet bisher mit 12.500 Euro pro Mitglied angegeben. Die Transaktionsgebühren, die nun entfallen sollen, waren bis dato mit 0,33 Prozent des Wertumsatzes angegeben worden. Außerdem will EEX ihre Kunden kostenlos mit Computern und teurer Software für das Handelssystem Xetra ausstatten.