"Auf dem richtigen Weg"

Wirtschaftsminister Pfister stellt Energiebericht 2007 vor

In Anbetracht des vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg erstellten Energieberichts 2007 sieht Pfister das Land bei Energiesparen, Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien auf dem richtigen Weg, "doch der größte und schwerste Teil der Wegstrecke liegt noch vor uns".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Laut dem baden-würrtembergischen Wirtschaftsminister Ernst Pfister gebe es "beachtliche Erfolge" des Landes beim Energiesparen. So wurden 2004 zur Erwirtschaftung eines Euro des Bruttoinlandsprodukts rund ein Viertel weniger Primärenergie und über ein Drittel weniger Endenergie benötigt als im Jahr 1973. Der absolute Endenergieverbrauch sei jedoch gestiegen. Betrachte man hier 1991 als Basisjahr mit 100 Prozent, so liege der Vergleichswert im Jahr 1973 bei 86,9 Prozent und im Jahr 2004 bei 106,2 Prozent.

Aufgrund den Herausforderungen des Klimawandels müsse man aber "beim absoluten Verbrauch zunächst einen weiteren Anstieg vermeiden und mittelfristig zu Einsparungen kommen", verdeutlichte Pfister. Den wichtigsten Ansatzpunkt dazu sieht er im Bereich der Wohngebäude. Viele über 20 Jahre alte Gebäude hatten einen bis zu fünffach höheren Energiebedarf als nach den Vorschriften der Energieeinsparverordnung errichtete Neubauten. Durch entsprechende Modernisierungsmaßnahmen könnte in Baden-Württemberg jährlich eine Energiemenge eingespart werden, die rund 5,5 Milliarden Litern Heizöl entspricht. Im Neubau müssten bis 2020 Niedrigstenergiehäuser wie das Passivhaus zum Standard werden.

Erhebliches Ausbaupotential der Biomasse

Beim Ausbau der erneuerbaren Energieträger sieht der Minister mit Blick auf den Energiebericht das Land auf dem richtigen Weg. Alternative Energiequellen hätten bei der Bruttostromerzeugung im Jahr 2005 bereits einen Anteil von knapp zehn Prozent, beim Primärenergieverbrauch ist ihr Anteil auf 3,6 Prozent gestiegen. Weiteres Ausbaupotenzial in diesem Bereich sieht Pfister vor allem auch im Bereich der Bioenergie. Acht bis zehn Prozent des Primärenergieverbrauchs könnten demnach durch Biomasse gedeckt werden, derzeit würden aber nur gut drei Prozent mit Biomasse erzeugt. Es bestehe also noch ein erhebliches Potenzial, so der Minister.

Insgesamt strebt Pfister bis zum Jahr 2020 einen Anteil der erneuerbaren Energien von mindestens 20 Prozent an der Bruttostromerzeugung an. Rund drei Viertel dieses Anteils ließen sich über die Wasserkraft und die Biomasse erreichen, doch auch die Photovoltaik und die Windkraft böten noch Ausbaupotenziale.

Pfister setzt weiter auf Atomkraft

Laut Pfister können jedoch erneuerbare Energieträger alleine in absehbarer Zeit keine "sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung" gewährleisten, daher müsse auch Kernenergie weiterhin im Energiemix enthalten sein. Das vom Atomkonsens vorgegebene Abschalten der Kernkraftwerke sei aus Sicht des Klimaschutzes kontraproduktiv und gefährde gleichzeitig die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg.

Der jährlich vom Wirtschaftsministerium erstellte Energiebericht solle durch seine "objektiven Informationen" dazu beitragen, "die energiepolitische Diskussion zu versachlichen", so Pfister abschließend.