Zurückhaltung!

Wirtschaftsminister kritisiert erhöhte Gaspreise in Thüringen

Jürgen Reinholz (CDU), Thüringens Wirtschaftsminister, hat die Gasversorger zu mehr Zurückhaltung bei den Preisen aufgefordert und die generelle Marktsituation mit mangelndem Wettbewerb kritisiert. Auch die Preiskopplung an Öl sei veraltet und müsse infrage gestellt werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) kritisiert die von Thüringer Gasversorgern angekündigten Preiserhöhungen. "Dies belastet Wirtschaft und Verbraucher", sagte Reinholz am Mittwoch in Erfurt. Der Minister forderte die Gasversorger zu mehr Zurückhaltung bei den Preisen auf.

Das Preisniveau in den neuen Bundesländern sei ohnehin schon höher als in den alten. Die Erfurter Stadtwerke hatten angekündigt, ihre Preise zu Beginn der Heizperiode am 1. Oktober um 4,6 Prozent anzuheben.

Weiter kritisierte Reinholz die Marktsituation. Obwohl es seit 1998 einen liberalisierten Energiemarkt gebe, trete die Liberalisierung des Gasmarktes auf der Stelle. "Der Kunde hat keine wirkliche Wahl, wo er sein Gas einkauft", beklagte Reinholz. Zugleich stellte er die Bindung der Gaspreise an die Preisentwicklung von leichtem Heizöl infrage. Diese Preiskoppelung gehe bis in die sechziger Jahre zurück. Da seinerzeit ein Marktpreis für Erdgas nicht existierte, wurde der Gaspreis an den Heizölpreis angebunden. Dies sei nicht mehr zeitgemäß und widerspreche dem Gedanken der Liberalisierung des Gasmarktes vollkommen, so der Minister. "Dauerhöchstpreisen beim Heizöl folgen dann Dauerhöchstpreise beim Gas. Das kann nicht im Sinne des Kunden sein", bekräftigte Reinholz.

Zudem kritisierte der Wirtschaftsminister, dass die Bundesregierung bisher immer noch nicht die von der EU-Kommission geforderte Regulierungsstelle für Strom und Gas eingerichtet habe. Nur über eine solche Regulierungsstelle auf Bundesebene sei ein permanenter Anstieg der Energiekosten am Standort Deutschland zu vermeiden.