Für breiten Energiemix

Wirtschaft will Kernenergieausstieg rückgängig machen

Weil nur ein breiter Energiemix unter Einschluss der Kernenergie gewährleiste, dass klimapolitische Verpflichtungen erreicht werden könnten, ohne die Energiepreise weiter in die Höhe zu treiben, will die deutsche Wirtschaft den von Rot-Grün vereinbarten Ausstieg aus der Kernenergie wieder rückgängig machen.

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Frankfurt/Main (ddp/sm) - Die deutsche Wirtschaft will den von der rot-grünen Bundesregierung auf den Weg gebrachten Ausstieg aus der Kernenergie wieder rückgängig machen. Diese Forderung erhob der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe).

Nur ein breiter Energiemix unter Einschluss der Kernenergie gewährleiste, dass klimapolitische Verpflichtungen erreicht werden könnten, ohne die Energiepreise weiter in die Höhe zu treiben, führte er aus.

Zuvor hatte sich bereits der neue Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Jürgen Thumann, dafür ausgesprochen, zumindest die Laufzeiten der 18 in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke in Deutschland zu verlängern. Auf Druck der Bundesregierung hatten die Betreiber von Atomkraftwerken Mitte 2001 in die planmäßige Stilllegung der deutschen Kernkraftwerke bis spätestens 2020 eingewilligt. Strom aus Kernenergie deckt derzeit knapp 29 Prozent des Strombedarfs.

In einem Positionspapier zur Energiepolitik warnt der DIHK zudem vor den industrie- und sicherheitspolitischen Folgen, wenn sich Deutschland weiter aus der Kernenergieforschung zurückziehe. Dadurch werde nicht nur auf neue Märkte verzichtet, sondern auch auf die Möglichkeit, das Sicherheitsniveau von Reaktoren in Nachbarländern zu beeinflussen. Zwar bestehe derzeit in der Bundesrepublik kein Bedarf an neuen Kernkraftwerken. Die großen deutschen Stromversorger könnten sich aber an entsprechenden Projekten im Ausland beteiligen.