Sankt Nimmerleinstag

Wirtschaft kritisiert neue Endlagersuche

Die Suche nach einem Endlager für radioaktiven Müll sorgt seit Jahren für Zündstoff. BDI-Chef Rogowski hat den "Dauerbrenner" jetzt wieder aufs Parkett gebracht, in dem er die neue Suche als "ökonomisch und ökologisch unverantwortlich" bezeichnete. Das Umweltministerium wies die Vorwürfe als "Gesetz der Pysik" zurück.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Das Bundesumweltministerium hat Vorwürfe der Wirtschaft wegen der neuen Suche nach einem Atommüllendlager zurückgewiesen. Es gebe in Deutschland keinen nutzbaren Endlagerstandort für Atommüll, erklärte eine Ministeriumssprecherin am Sonntag in Berlin.

Der scheidende Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, hatte der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe) gesagt, mit den Plänen von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), die Suche nach einem einzigen Endlager für unterschiedlich stark strahlenden Atommüll neu aufzurollen, werde eine Entscheidung über Jahre hinaus verzögert. Es gebe "keinen Grund, nach mehr als 40 Jahren Endlagersuche und -erkundung wieder am Nullpunkt" zu beginnen, sagte Rogowski laut einer Vorabmeldung der Zeitung. Es sei "ökonomisch und ökologisch unverantwortlich, die sichere Endlagerung radioaktiven Materials auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben", fügte er hinzu.

Die Ministeriumssprecherin verwies darauf, dass gegen Schacht Konrad eine Klage laufe und Gorleben von einer atomrechtlichen Genehmigung Jahrzehnte entfernt sei. Selbst nach dem Entsorgungskonzept von CDU und FDP sei nicht vorgesehen gewesen, vor dem Jahr 2030 mit der Endlagerung von hochaktivem Müll zu beginnen. So lange müssten die Brennstäbe abklingen. Dies sei "keine Erfindung von Rot-Grün, auch nicht von Schwarz-Gelb, sondern ein Gesetz der Physik", sagte die Sprecherin.