Verbraucherschützer misstrauisch

Wirbel um Postzusendung neuer Gasverträge

Post von den Gaslieferanten mit neuen Verträgen sorgt einem Zeitungsbericht zufolge zurzeit bei Hunderttausenden Privatkunden für Verwirrung und ruft die Verbraucherschützer auf den Plan. Sie fürchten, dass mit Unterzeichnung der Neuverträge Widersprüche der Kunden gegen alte Gasrechnungen hinfällig werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Dortmund (ddp-nrw/sm) - Die Verbraucherzentrale NRW rate den Gaskunden, den Vertrag mit folgendem Zusatz zu versehen: "Ich behalte mir meine Rechte aus dem alten Vertragsverhältnis vor." Damit sei gewährleistet, dass eingelegte Widersprüche aufrecht erhalten bleiben, sagte Jürgen Schröder, Jurist der Verbraucherzentrale, dem Blatt. Weil die Verbraucherschützer Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Energieversorger haben, schließen sie den Angaben zufolge eine Musterklage nicht aus.

Hintergrund ist den Angaben zufolge die Ende 2006 in Kraft getretene und bis zum 8. November 2007 von Deutschlands Energieversorgern umzusetzende "Grundversorgungsverordnung Strom und Gas". Nach dieser Verordnung müssen Preisänderungen allen Kunden mindestens sechs Wochen vorher schriftlich mitgeteilt werden. Liefersperren müssen säumigen Zahlern künftig vier Wochen statt bisher zwei Wochen vorher angekündigt werden. Streitigkeiten über die Höhe und die Angemessenheit der Preise rechtfertigen nach dem neuen Gesetz keine Versorgungsunterbrechung mehr.

Im Zuge der Umsetzung der Verordnung schicken laut einem Bericht der in Dortmund erscheinenden "Ruhr Nachrichten" (Freitagausgabe) die Dortmunder RWE Westfalen-Weser-Ems AG (400.000 Privatkunden) und die Gelsenkirchener Gelsenwasser AG (30.000 Privatkunden) derzeit Neuverträge per Post zu.

Bei den beiden Versorgern stößt die Kritik der Verbraucherschützer auf Unverständnis, heißt es in dem Blatt weiter. Sprecher beider Unternehmen erklärten gegenüber der Zeitung, dass die Widersprüche auch nach Abschluss eines Neuvertrages Bestand hätten. Forderungen aus Altverträgen gingen damit nicht verloren.