Versorgungssicherheit

Wingas verteidigt Ölpreisbindung von Erdgas

Der Erdgas-Importeur Wingas verteidigt die Koppelung des Gaspreises an den Erdölpreis, dies ermögliche Versorgungssicherheit und kalkulierbare Preise. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle fordert hingegen, mit Russland über die Gaspreise zu verhandeln.

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Berlin (ddp.djn/sm) - "Auf der Einfuhrseite ist die Preisbindung eine gute Sache", sagte Wingas-Chef Rainer Seele am Montag auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in Frankfurt am Main. Die Bindung an den Ölpreis mache es Produzenten leichter, die Mittel für ihre nötigen Investitionen aufzubringen.

Seele fügte hinzu, dass die Preisbindung viele Vorteile biete, vor allem in Zeiten weltweit hoher Energienachfrage: "Die Preisbindung liefert ein hohes Maß an Versorgungssicherheit bei langfristig kalkulierbaren Preisen", sagte er.

Wingas ist ein Joint Venture zwischen der Öl- und Gastochter des Chemiekonzerns BASF, Wintershall, und dem russischen Gasmonopolisten Gazprom. Beide Unternehmen halten je die Hälfte der Anteile des Kasseler Unternehmens, das Deutschlands zweitgrößter Gasimporteur nach eingeführter Menge ist.

Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, hatte die Bundesregierung am Wochenende aufgefordert, mit Russland Verhandlungen über eine Senkung der Gaspreise aufzunehmen. In einem vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu" sagte Blum, er glaube, "mit den Russen kann man sehr vernünftig darüber reden, wie man Ressourcen gegen Technik tauscht". Für die zurzeit besonders hohen Gaspreise sei jedoch nicht nur der russische Lieferant Gazprom verantwortlich. Gas sei grundsätzlich teuer, weil "das Preissystem ganz stark kontrolliert wird durch die großen Versorger, die auf dem Primär- und Einspeisemarkt tätig sind".