Wetterlage

Windstille im Hochsommer: Der Strompreis steigt

Obwohl zuletzt Rekordmengen an Solarstrom vermeldet wurden, hat das hochsommerliche Wetter einen Nachteil: Weil es so gut wie windstill ist, produzieren Windräder kaum Strom. Das führt dazu, dass der Strompreis an der Börse steigt. Gleichwohl exportiert Deutschland weiterhin Strom, vor allem in den Mittagsstunden.

Windräder© toddarbini / iStockphoto.com

Leipzig (dpa/red) - Das windstille Sommerwetter treibt derzeit den Börsenstrompreis in die Höhe, weil die meisten Windräder stehen. Wie "Focus Online"unter Berufung auf den Energie-Datendienst Point Carbon am Mittwoch berichtete, erreichte der Strompreis am Spotmarkt (Lieferung am nächsten Tag) ein Acht-Wochen-Hoch von 51,50 Euro pro Megawattstunde. Einen ähnlich hohen Preis am Spotmarkt hatte die deutsche Strombörse EEX zuletzt Mitte Mai ausgewiesen. Bei gut 31 Gigawatt installierter Windkraftleistung in Deutschland wurden an diesem Mittwochmittag laut EEX real nur rund 1000 Megawatt erzeugt.

Weniger Sonnenstrom seit dem Wochenende

Zugleich ging die Solarstromerzeugung seit Wochenbeginn von rund 22 auf 16 Gigawatt (mittags zwölf Uhr) zurück - also etwa um die Tagesproduktion von sechs Atomkraftwerken. Vielfach war der Himmel am Mittwoch bewölkt. Von aus Sicht der Industrie auskömmlichen Preisen sei der Markt trotz des Preisanstiegs weiter entfernt, sagte eine Sprecherin des Energiekonzerns RWE.

Weiterhin wird viel Strom exportiert

Um eine durchgehende überschaubare Marge für die Kraftwerke zu erreichen, müssten die Preise auf etwa 55 bis 60 Euro pro Megawattstunde steigen, sagte ein Branchenfachmann. Die Industrie klagt seit Monaten über Verluste in der konventionellen Erzeugung mit Ausnahme der Braunkohle. Ein Sprecher des Öko-Instituts sagte, Deutschland exportiere weiter erheblich Strom vor allem in den Mittagsstunden. Von einem Strommangel sei das Land weit entfernt.

Quelle: DPA