Netzauslastung

Windräder müssen immer häufiger abgeschaltet werden

Der nordostdeutsche Stromnetzbetreiber 50Hertz Transmission rechnet damit, dass immer häufiger Windräder zeitweise abgeschaltet werden müssen. Bereits im vergangenen Jahr seien an 45 Tagen Windräder vom Netz genommen worden, weil es sonst zusammengebrochen wäre. Andere Betreiber berichten Ähnliches.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin/Halle (dapd/red) - Das sagte der Vorstandsvorsitzende Boris Schucht am Donnerstag in Berlin. "Wir sind an der Grenze dessen, was wir an erneuerbaren Energien integrieren können," sagte Schucht.

Windräder überlasten immer häufiger das Stromnetz

Das schlug sich auch in der Geschäftsbilanz des Jahres 2011 nieder. Zwar konnte 50Hertz seine Umsatzerlöse um rund 1,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro steigern, musste aber viel davon als Umlage an Produzenten erneuerbarer Energien weitergeben. Nach Steuern bleiben so mit 44,5 Millionen Euro rund 13 Millionen Euro weniger in der Kasse.

Auch andere Betreiber klagen über Auslastung bis zur Kapazitätsgrenze

Die Netze seien an der Grenze ihrer Kapazität angekommen, teilte kürzlich auch der Netzbetreiber Mitnetz Strom mit. Es werde deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als in Mitteldeutschland verbraucht werde. Im Jahr 2011 habe das Unternehmen, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Energieversorgers enviaM, 50-mal die Stromeinspeisung drosseln müssen. Das sei eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr.

Um die Stromeinspeisung nicht drosseln zu müssen, will Mitnetz Strom nach eigenen Angaben gut 300 Millionen Euro in den Netzausbau investieren. So kann der in Mitteldeutschland erzeugte, aber nicht verbrauchte Ökostrom in andere Regionen Deutschlands exportiert werden.