Gegen zerrissene Landschaften

Windrad-Gegner starten Volksinitiative in Brandenburg (Upd.)

In Brandenburg organisieren sich die Gegner großer Windkraftanlagen. Für den 26. April habe ein Zusammenschluss von neun Anti-Windkraft-Bürgerinitiativen den Start einer Volksinitiative angekündigt, berichten die "Potsdamer Neueste Nachrichten".

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Der Sprecher Thomas Jacob sagte der Zeitung, es sollten die Ausweitung der Windkraftnutzung verhindert und bei bereits geplanten Anlagen größere Abstandsflächen zu bebauten Gebieten durchgesetzt werden. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass ganze Dörfer mit Windkraftanlagen eingekreist werden, die teilweise nur 500 Meter entfernt stünden. Ganze Landschaften seien schon von riesigen Windkraftanlagen zerschnitten.

Kommen bei einer Volksinitiative 20.000 Unterschriften zusammen, muss sich der Landtag mit dem Anliegen befassen. Sollte das Parlament die Initiative ablehnen, können die Initiatoren ein Volksbegehren starten, für das dann 80.000 Unterschriften nötig wären.

Die Landesregierung plant den Angaben zufolge im Entwurf für die Energiestrategie bis 2020 eine Verfünffachung bei der aus Windkraft gewonnenen Energie. Sowohl innerhalb der Regierung als auch im Landtag selbst ist eine Debatte über die dafür notwendige Ausweisung neuer Flächen entbrannt.

Der Umweltverband Grüne Liga wird sich nicht an der Volksinitiative beteiligen. Der Landesgeschäftsführer und Mitorganisator der bereits laufenden Volksinitiative gegen neue Tagebaue, Norbert Wilke, betonte: "Brandenburg wird einen weiteren Ausbau der Windkraft brauchen und wir werden ihn kritisch begleiten." Die Grüne Liga stehe dort an der Seite der Anwohner, wo Windparks tatsächlich nicht hingehörten. Eine landesweite und pauschale Ablehnung von Windkraftanlagen würde jedoch in die Sackgasse führen.

Wilke sprach sich für ausreichende Abstandsflächen zu Siedlungen und sensiblen Schutzgebieten aus. Das sei bei der Windkraftnutzung grundsätzlich möglich. Beim Aufschluss weiterer Tagebaue hingegen müssten Tausende Menschen umgesiedelt werden. Hinzu kämen die umweltschädliche Wirkung der Braunkohle sowie die komplette Zerstörung wertvoller Schutzgebiete.