Netzausbau

Windparkbetreiber nehmen Stromleitungsbau selbst in die Hand

Der schleppend vorangehende Netzausbau, bremst die Energiewende zunehmend aus. Gleichzeitig müssen immer wieder Windkraftanlagen wegen Netzengpässen abgeschaltet werden. Deshalb haben nun die ersten Windmüller angefangen, im Windpark gewonnenen Ökostrom über eigene Stromleitungen ins Stromnetz einzuspeisen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Linden (red) - Einige Windparkbetreiber sind dazu übergegangen, eigene Stromleitungen zu bauen. Diese haben lediglich eine Funktion: Den im Windpark gewonnenen Ökostrom in das Stromnetz einzuspeisen. Die Windparkbetreiber haben schließlich die Initiative ergriffen, weil sie nicht länger auf den Ausbau des Verteilnetzes warten wollten. Das berichtete Die Zeit.

Für gewöhnlich speisen Windparks ihren Strom in das Verteilnetz ein, an welches auch die Verbraucher angeschlossen sind. Da diese Verteilnetze spezielle Sicherheitsstandards erfüllen müssen, um beispielsweise einen Stromausfall oder -engpass zu kompensieren, ist ihr Ausbau zeitaufwendig und kostspielig.

Enertrag besitzt längstes Ökostrom-Einspeisenetz

Da die neuen Stromleitungen der Windparkbetreiber keine besonderen Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen, sind sie deutlich günstiger; selbst dann, wenn sie als Erdkabel verlegt werden.

Der Windparkbetreiber Enertrag besitzt momentan das längste Einspeisenetz der Bundesrepublik, über das Ökostrom vom Kraftwerk Uckermark abtransportiert wird. Für 35 Millionen Euro verlegte das Energieunternehmen insgesamt 600 Kilometer Erdkabel.