Branche auf Wachstumskurs

Windkraftanlagen werden zum deutschen Exportschlager

Die deutsche Windenergiebranche ist weiter auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr konnte die Branche um über 20 Prozent zulegen, dabei entwickeln sich Windkraftanlagen zum Exportschlager der Bundesrepublik. Über 80 Prozent der deutschen Produktion gehen inzwischen ins Ausland, allen voran in die USA.

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Berlin (ddp/sm) - Wie der Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI), Jens Peter Molly sagte, steigerten die deutschen Betriebe ihre Wertschöpfung im vergangenen Jahr weltweit auf 6,1 Milliarden Euro, ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zusammen mit Installation, Betrieb und Service erwirtschaftete die Branche sogar über 7,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten um 10.500 auf 84.300.

Am weltweiten Gesamtumsatz erzielten deutsche Hersteller und Zulieferer den Angaben zufolge einen Anteil von 28 Prozent. Wären sie nicht an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, wäre ihr Marktanteil noch höher ausgefallen, sagte Thorsten Herdan, Geschäftsführer im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA).

Allein in Deutschland wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 415 Anlagen mit fast 800 Megawatt Gesamtleistung installiert. Die meisten Anlagen deutscher Hersteller gingen jedoch ins Ausland - die Exportquote der Branche stieg innerhalb eines Jahres von 74 auf 83 Prozent.

Einer der Hauptabnehmer von Windkraftanlagen sind die USA, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage des Bundesverbandes Windenergie. "Die hohen Energiepreise zwingen alle Industriestaaten zum Umdenken", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie der Zeitung.

Auch in die Zukunft blickt die Branche optimistisch. So sei davon auszugehen, dass nach einem kurzfristigen Rückgang in diesem Jahr wieder mehr neue Windenergieanlagen installiert würden. Grund sei die Novelle des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG), das die "richtigen Rahmenbedingungen" geschaffen habe. Durch die darin festgelegten Beträge, die Erzeuger regenerativer Energien für die Einspeisung ihrer Energie ins allgemeine Stromnetz erhalten sollen, erhielten Betreiber, Hersteller und Zulieferer die nötige Planungssicherheit, sagte Herdan.