Studie

Windkraft weltweit auf Wachstumskurs

Einer Studie der Commerzbank zufolge ist die Windkraft weltweit auf Expansionskurs und dürfte auch langfristig weiter wachsen. Für den deutschen Markt seien insbesondere Exporte nach Lateinamerika, Afrika und in den Mittleren Osten interessant, der Zugang zu China jedoch schwer.

Windenergie© frank peters / Fotolia.com

Hamburg (dpa/red) - Die Windenergie ist nach einer Marktstudie der Commerzbank weltweit auf Expansionskurs. Die globalen Wachstumstreiber für die erneuerbaren Energien blieben bestehen, heißt es in der am Dienstag in Hamburg veröffentlichten Studie. Dazu zählten ein global steigender Energiebedarf, der Klimawandel, eine unsichere Versorgungslage bei Primärenergieträgern wie Gas und Öl sowie sinkende Kosten für erneuerbare Energien.

Schwer zugängliche Märkte in Asien

"Der Windmarkt hat sich auf hohem Niveau stabilisiert und wird langfristig weiter wachsen", sagte Ingrid Spletter-Weiß, bei der Bank verantwortlich für den Energiebereich. Dabei gebe es allerdings große regionale Unterschiede. Asien und speziell China als größter Markt für Windenergie sei für deutsche Hersteller schwer zugänglich.

Der europäische Markt für Windkraftanlagen sei mit einem jährlichen Zuwachs von rund zehn Gigawatt Leistung sehr reif und gefestigt. Man erwarte hier stabiles Wachstum. Die Offshore-Windenergie spiele eine zunehmende Rolle, wobei Großbritannien der Vorreiter in Europa sei.

Deutsche Hersteller mit 20 Prozent am Weltmarkt vertreten

Die deutschen Hersteller von Windkraftanlagen produzieren überwiegend für das Ausland und nehmen rund 20 Prozent des Weltmarktes ein. "Wir schätzen die Regionen Lateinamerika, Afrika und den mittleren Osten als besonders interessant für die deutsche Industrie ein", sagte Spletter-Weiß.

Der deutsche Markt, der in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist und mittlerweile über rund 40 Gigawatt installierte Leistung verfügt, werde stark von der Ausgestaltung der Förderbedingungen ab 2017 abhängen. Dann sollen alle neuen Projekte ausgeschrieben und so der Bau von Windparks effizienter werden.

Die Commerzbank gehört zu den großen Finanzierern der Windkraft in Deutschland mit einem Anteil von 17,7 Prozent am Gesamtmarkt.

Quelle: DPA