Hemmnisse für Ausbau

Windkraft-Verband kritisiert Genehmigungspolitik in NRW

Windrad-Betreiber haben Hemmnisse für die Nutzung von Windenergie in Nordrhein-Westfalen kritisiert. Der Bundesverband WindEnergie warf der NRW-Landesregierung vor, durch ihren sogenannten Windkrafterlass "ein negatives Klima für den Ausbau der Windenergie geschaffen" zu haben.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - "NRW ist naturgeografisch für die Nutzung der Windenergie genauso gut geeignet wie etwa Sachsen-Anhalt", sagte der Sprecher der Bundesverbandes WindEnergie, Ulf Gerder, auf ddp-Anfrage. Sachsen-Anhalt sei beispielsweise die Nummer eins beim Stromverbrauch aus Windkraftanlagen, obwohl es genauso wenig wie NRW an der See liege. "Die Nordeifel, der Schöppinger Berg im Münsterland oder auch die Paderborner Hochfläche bieten Windverhältnisse wie an der Nordsee", sagte Gerder.

"Elf Prozent des deutschen Windstroms wurden im Jahre 2007 in NRW produziert", sagte Gerder. Diese Zahlen ließen sich noch ausbauen. Allerdings habe der sogenannte Windkrafterlass der schwarz-gelben Landesregierung "ein negatives Klima für den Ausbau der Windenergie geschaffen". Kommunen begründeten "ihre restriktive Genehmigungspraxis und die Höhenbegrenzungen gern mit Hinweis auf den Erlass der Landesregierung", sagte der Sprecher.

Notwendig sei eine Überarbeitung des Windenergieerlasses, um die Hemmnisse für das sogenannte Repowering - das Ersetzen alter durch neuere, moderne Windkraftanlagen - und bestehende Höhenbegrenzungen auf kommunaler Ebene aufzuheben. "Die CDU ist gefordert, sich gegen die Windenergieverhinderungspolitik des Koalitionspartners FDP endlich durchzusetzen", sagte Gerder.

Regierung: Auch Interessen der Bürger im Blick haben

Der stellvertretende Regierungssprecher Holger Schlienkamp wies die Kritik zurück. Er sagte: "Die Landesregierung setzt auch weiterhin auf eine ausgewogene Politik, die auf der einen Seite regenerative Energien fördert, auf der anderen Seite aber auch die Interessen der Menschen und des Landschaftsschutzes im Blick hat." Im Übrigen erlaube der Windkrafterlass bereits heute das sogenannte Repowering. Die Forderung des Windkraft-Verbandes, den Erlass zu überarbeiten, laufe deshalb ins Leere.

Mit dem Windkrafterlass hatte die Regierung im Jahr 2005 einen Mindestabstand von 1500 Metern zwischen Windrädern und Wohnbebauung sowie Höhengrenzen für Windkraftanlagen festgelegt, um die Zunahme der Windräder einzudämmen. Nach der jüngsten Erfassung gibt es in NRW rund 2500 Windenergieanlagen. Im Landtag war ein Antrag zur Überarbeitung des Erlasses von der Koalition abgelehnt worden.