On- & Offshore

Windkraft: Trittin fordert parallelen Nord-Süd-Ausbau

Einen parallelen Ausbau der Windenergie in Süddeutschland und an der Küste sowie der bundesweiten Stromnetze fordert der Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin. Es nutze nichts, Onshore gegen Offshore auszuspielen, wenn man regenerative Energien schnell voranbringen wolle.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Emden (dapd/red) - Das sagte Trittin am Mittwoch im ostfriesischen Emden. In Bayern und Baden-Württemberg gebe es mit einem Windkraft Anteil von einem Prozent an der Stromerzeugung Nachholbedarf, betonte Trittin. "Wir wollen, dass die Onshore-Schätze im Süden geborgen werden", fügte er hinzu.

Dies ändere nichts an dem notwendigen Ausbau der Stromnetze, um die Offshore-Energie von der Nord- und Ostsee in die süddeutschen Zentren transportieren zu können. "Der Onshore-Ausbau im Süden ist kein Ersatz für den Netzausbau, sondern eine Ergänzung", sagte der Grünen-Politiker. In den anderen Regionen Deutschlands sei das Ausbaupotenzial dagegen erschöpft. Daher sei auch die Stromgewinnung auf hoher See unverzichtbar.

19 Anlagen und 41 Fundamente fertig

Zuvor hatte der ehemalige Bundesumweltminister Deutschlands ersten kommerziellen Nordsee-Windpark, "Bard Offshore 1", besucht. Das Areal liegt 100 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum. Bis zur Fertigstellung Ende 2012 soll der Park nach Bard-Angaben 80 Windräder umfassen. Bislang installiert wurden 19 Anlagen und 41 Fundamente.

Ursprünglich sollte der Windpark bereits Mitte dieses Jahres fertiggestellt sein. Wegen schlechter Wetterbedingungen auf See kam es jedoch zu Verzögerungen. Nunmehr soll der Park im Frühjahr 2013 schlüsselfertig an den künftigen Betreiber, den Stadtwerkeverbund Südweststrom aus Tübingen, übergeben werden.

Die Gesamtleistung der Windkraft liege dann bei 400 Megawatt, hieß es. Damit könnten 400.000 Mehrpersonenhaushalte mit Strom versorgt werden. Die Baukosten betragen 1,5 Milliarden Euro.