Studie

Windkraft könnte bis zu 65 Prozent des Strombedarfs decken

Das Land Mecklenburg-Vorpommern will künftig fast doppelt so viele Flächen wie bisher für den Windkraft-Ausbau zur Verfügung stellen. Anreiz ist eine Studie, wonach bis zu 65 Prozent des Strombedarfs in Deutschland mit Windkraft gedeckt werden könnte, sofern überall zwei Prozent der Landesfläche dafür bereitgestellt würden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin (dapd/red) - Die Windenergie an Land kann laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) bis zu 65 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken, wenn überall zwei Prozent der Fläche für Windenergieanlagen zur Verfügung gestellt würden.

Für Windkraft wäre fast ein Viertel der Landesfläche geeignet

Für Mecklenburg-Vorpommern wird diese Flächengröße als realistisch eingeschätzt. 14,6 Prozent der Landfläche außerhalb von Wäldern und Schutzgebieten sind demnach für die Windenergienutzung geeignet, unter Einbeziehung von Wäldern und Schutzgebieten wären es sogar bis zu einem Viertel der Landesfläche.

Bei Nutzung von zwei Prozent der Landesfläche würden sich laut Studie elf Gigawatt installierbare Leistung ergeben. Die Erträge bei 1.985 Volllaststunden im Mittel würden 23 Terawattstunden potenziellen Energieertrag bringen. Das sind knapp 300 Prozent des Bruttostromverbrauchs Mecklenburg-Vorpommerns von rund 7,7 Terawattstunden im Jahr. Mecklenburg-Vorpommern strebt bis 2050 eine regenerative Vollversorgung an.

Zum Ausbau der Windkraft werden mehr Flächen zur Verfügung gestellt

Am Mittwoch hat Energieminister Volker Schlotmann (SPD) in Schwerin angekündigt, für Windenergieanlagen künftig mehr Flächen zur Verfügung zu stellen. Das Ziel sei nahezu eine Verdopplung auf knapp 1,5 Prozent der Landesfläche. Einen Wildwuchs werde es allerdings nicht geben, bekräftigte der Ressortchef. Gewollt sei eine gesteuerte Steigerung der Windenergienutzung.

Noch für dieses Halbjahr kündigte der Minister die Ergebnisse einer Studie zum Ausbau der Stromnetze an. Weil die Leitungen durch die zusätzliche Aufnahme von Strom aus regenerativen Energiequellen zunehmend an Kapazitätsgrenzen stoßen, ermitteln Experten den tatsächlichen Netzausbaubedarf.

Um die Akzeptanz erneuerbarer Energien in der Bevölkerung zu steigern, will Schlotmann neue Modelle für die wirtschaftliche Beteiligung der Bürger beispielsweise an Wind- und Solarparks unterstützen.