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Windkraft: Fischland-Darß fürchtet Schäden für Tourismus

Im August 2004 hat das mecklenburgische Bauministerium ein Raumordnungsverfahren zum Bau eines Offshore-Windparks in der Region Fischland-Darß-Zingst gestartet. Gegner des 110-Millionen-Euro-Projekts "Baltic I" befürchten einen Schaden für den Tourismus und sehen sich durch eine aktuelle Studie bestätigt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin (ddp-nrd/sm) - Die Region Fischland-Darß-Zingst befürchtet im Fall des Baus des Offshore-Windparks "Baltic I" massive Einbrüche bei den Urlauberzahlen. Im Rahmen einer Studie der Fachhochschule Stralsund hätten fast 63 Prozent der befragten Urlauber einen weiteren Besuch bezweifelt, falls die Windräder errichtet würden, sagte Verbandsgeschäftsführer Fried Krüger am Dienstag in Schwerin. Für die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband entstand, wurden in der vergangenen Hauptsaison 985 Personen befragt.

Die Existenzangst der Menschen in der Region, die vorwiegend vom Tourismus leben, habe sich durch die Zahlen in alarmierendem Maß bestätigt, betonte der Bürgermeister des Ostseebads Prerow, Hans-Joachim Schumann (parteilos). Der Vorsitzende des Tourismusverbandes, Mathias Löttge, forderte die Landesregierung auf, die Ergebnisse der Studie im Zuge des Raumordnungsverfahrens für den Windpark zu berücksichtigen. Das im August 2004 eröffnete Raumordnungsverfahren soll laut einer Sprecherin des Bauministeriums bereits in der nächsten Woche abgeschlossen werden.

Gegner des 110-Millionen-Euro-Projekts "Baltic I" befürchten neben einem Schaden für den Tourismus auch negative Auswirkungen für den nahe gelegenen Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.