Erneuerbare

Windkraft erlebt Rekordjahr - Solarboom ebbt ab

Der Ausbau der Windkraft in Deutschland hat nach einem Medienbericht im Jahr 2014 einen Rekordwert erreicht. 3500 bis 3700 Megawatt sind 2014 voraussichtlich zugebaut worden. Dagegen ebbt der Solarboom weiter ab: Wohl wegen der sinkenden Vergütungssätze ist der Zubau um 43 Prozent zurückgegangen.

Windkraft© John / Fotolia.com

Bonn/Berlin (dpa/red) - Die Zeitung "Die Welt" beziffert den Netto-Zubau neuer Windturbinen mit einer Größenordnung von 3350 Megawatt - zuletzt sei vor zwölf Jahren die 3000-Megawatt-Schwelle überschritten worden. Die Mittelfristprognose der deutschen Übertragungsnetzbetreiber, die auch das Ersetzen veralteter Turbinen durch leistungsstärkere berücksichtige, gehe bereits von einem Zubau von 3600 Megawatt (MW) aus.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) bestätigte diese Prognose nun laut "Welt": "Wir rechnen 2014 mit einem Zubau von 3500 bis 3700 MW", sagte BWE-Sprecher Wolfram Axthelm dem Blatt. Als Gründe nannte er demnach etwa den zeitverzögert greifenden "Fukushima-Effekt" und den drohenden Ausbaustopp durch die strenge Abstandsregelung in Bayern.

Weniger Geld bei zu hohem Zubau

Das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz begrenzt den jährlichen Zubau auf 2500 Megawatt im Jahr. Wird der Korridor überschritten, gibt es für alle mehr gebauten Windräder automatisch weniger Geld. Der Austausch alter durch leistungsstärkere Anlagen an bestehenden Standorten wird aber nicht in den 2500-Megawatt-Deckel einbezogen.

Zubau an Solaranlagen geht weiter zurück

Der Solarboom in Deutschland ebbt angesichts deutlich sinkender Vergütungssätze für die Anlagen weiter ab. Von Dezember 2013 bis November 2014 seien Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 1953 Megawatt neu errichtet worden, teilte die Bundesnetzagentur am Dienstag mit.

Damit sei der Zubau im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent zurückgegangen. Schon 2013 war die Kapazität der Solar-Neuanlagen deutlich um 57 Prozent geschrumpft. Laut EEG sollen jährlich nicht mehr als 2400 bis 2600 Megawatt Solaranlagen neu errichtet werden. Dieser Korridor sei erneut klar unterschritten worden, sagte der Vizepräsident der Bundesnetzagentur Peter Franke.

Einspeisevergütung wird monatlich gesenkt

Betreiber von Solaranlagen erhalten für 20 Jahre eine konstante Einspeisevergütung, die im Januar 2015 je nach Größe zwischen 11,3 und 12,9 Cent pro Kilowattstunde für Dachanlagen liegt. Die Vergütungen werden Monat für Monat abgesenkt, entscheidend für die Einstufung ist das Datum der Inbetriebnahme. Mit dem Abbau der Vergütungen sollen die Anlagen schrittweise an den Markt herangeführt werden. Die Vergütungen werden aus der EEG-Umlage finanziert, die alle Verbraucher über den Strompreis tragen.

Quelle: DPA