Investitionsanreize

Windkraft: EnBW-Chef fordert bessere Förderung

In der Debatte um die Finanzierung der angestrebten Energiewende hat EnBW-Chef Hans-Peter Villis von der Bundesregierung eine bessere Förderung der Windkraft gefordert. Die Förderung von Offshore-Windparks müsse verbessert werden, sagte Villis dem "Handelsblatt".

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Düsseldorf (afp/red) – "Wir brauchen Investitionsanreize", so der EnBW-Chef Hans-Peter Villis. Denn es gehe nicht darum, insgesamt mehr auszugeben, sondern die Unternehmen benötigten eine höhere Förderung in weniger Jahren. Die 13 Cent je Kilowattstunde Windstrom, die Energieerzeuger derzeit bekämen, rechneten sich kaum, kritisierte Villis.

Umstieg auf Erneuerbare von Kosten abhängig

Nach Ansicht des EnBW-Chefs hängt ein beschleunigter Umstieg der Energiekonzerne auf erneuerbare Energien vor allem vom Geld ab. Villis forderte von der Bundesregierung vor allem ein Überdenken der Brennelementesteuer, die im Zuge der - inzwischen zurückgenommenen - Laufzeitverlängerung für die AKW beschlossen worden war. "Die Steuer schränkt die Investitionsfähigkeit der Energiekonzerne ein." Villis schloss im "Handelsblatt" eine mögliche Klage von EnBW gegen das Moratorium der Bundesregierung zur Abschaltung von sieben Kernkraftwerken nicht aus. Dies werde im Sommer entschieden, wenn der erste Steuerbescheid vorliege. Anders als RWE hat EnBW bislang auf eine solche Klage verzichtet.

Zeitpunkt für einen Atomausstieg

Auf einen realistischen Zeitpunkt für einen Atomausstieg wollte sich Villis nicht festlegen. Deutschland müsse als Industrienation darauf achten, dass vor allem die Industrie nicht mit zu hohen Strompreisen belastet werden, betonte der Konzernchef. "70 Prozent des Absatzes geht schließlich an Industrie und Gewerbe."