Jobmotor

Windenergiebranche will weitere Arbeitsplätze schaffen

Die deutsche Windenergiebranche sieht sich als Jobmotor. Wegen der hohen Auslandsnachfrage hätten inländische Hersteller und Zulieferer im vergangenen Jahr etwa 12 000 neue Arbeitsplätze geschaffen, sagte der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Peter Ahmels, auf der Hannover Messe.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - Ende 2005 habe es demnach in der Branche mehr als 65 000 Jobs gegeben. Bei einer weiteren Zunahme der Auslandsnachfrage und einem langsamen Anziehen der Inlandsmärkte werde bis 2010 sogar mit mehr als 80 000 Arbeitsplätzen gerechnet.

Die Schallmauer von 100 000 Jobs könnte 2015 durchbrochen werden, sagte Ahmels. Die Wertschöpfung aus Betrieb, Herstellung und Export von deutschen Windenergieanlagen werde dementsprechend von 5,4 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 7,4 Milliarden Euro 2010 steigen. 2015 werde sie bei 10,4 Milliarden Euro liegen, sagte Ahmels. Den Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr weltweit Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von rund 11 500 Megawatt errichtet, 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die deutsche Windkraftindustrie machte nach Angaben von Ahmels im vergangenen Jahr im Ausland weiter Boden gut. Die Exportquote der deutschen Hersteller sei von 50 auf 64 Prozent gestiegen. Mit einem Anteil von 46 Prozent dominierten deutsche Hersteller und Zulieferer trotz zunehmender Konkurrenz nach wie vor den stark wachsenden Weltmarkt.

Um die immer stärker exportorientierten Hersteller im Land zu behalten, brauche Deutschland auch einen intakten Inlandsmarkt, sagte Ahmels. Er fügte hinzu: "Wenn wir mit der Windenergie in Nord- und Ostsee und mit dem Ersatz von Altanlagen an Land richtig durchstarten wollen, müssen Politiker in Bund und Ländern die bürokratischen Hürden schnellstens aus dem Weg räumen." Vor allem der Ausbau des Stromnetzes und der Genehmigungsmarathon beim Bau von Windparks erweise sich zusehends als Klotz am Bein. Nach Angaben des Verbandes kommt die Errichtung von Offshore-Anlagen nicht ganz so schnell wie geplant voran. Das erste Offshore-Testfeld nahe der Insel Borkum werde nicht vor 2008 stehen.