Luftnummer?!

Windenergiebranche wehrt sich gegen Spiegel-Artikel

Nicht zum ersten Mal sorgt ein Artikel des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" für Aufmerksamkeit: Das Hamburger Politblatt titelt diese Woche "Der Windmühlen Wahn". Die Branche zeigt sich enttäuscht über die "dünne Faktenlage" und auch Die Grünen finden den Bericht "bedauerlich und peinlich".

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Berlin/Hamburg/Osnabrück (red) - Das wohl renommierteste deutsche Wochenmagazin "Der Spiegel" hat die Titelgeschichte der heute erschienenen aktuellen Ausgabe der Windenergie gewidmet. Überschrift: "Der Windmühlen Wahn". Dem Inhaltsverzeichnis zufolge beschreiben die Reporter darin u.a. warum der weitere Ausbau der Windenergie der Umwelt eher schadet als nützt und wie Windfonds-Anlager geprellt werden.

Die Windenergiebranche zeigte sich geschockt über die "dünne Faktenlage" und warf dem Magazin Einseitigkeit in der Berichterstattung vor. Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE): "Der Artikel ist eine Luftnummer, einseitig und undifferenziert. Die aufgereihten Argumente sind nicht nur längst bekannt, sondern auch schon mehrfach widerlegt worden". Gemeinsam mit verschiedenen Umweltverbänden veranstaltet sein Verband heute Mittag in Berlin eine Pressekonferenz, um die "Windlüge" richtigzustellen.

Auch die energiepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Michaele Hustedt, sieht in der Spiegel-Titelgeschichte eine "Mobilmachung der Windkraftgegner kurz vor der Verabschiedung der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes". "Es ist bedauerlich und peinlich, dass sich der Spiegel zu einem derart unausgewogenen Artikel hergibt. Alle Kernaussagen sind schlichtweg falsch oder basieren auf unseriösen wissenschaftlichen Gutachten, die längst widerlegt sind."

Laut BWE zieht "Der Spiegel" beispielsweise hinsichtlich des zitierten EWI-Gutachtens "Gesamtwirtschaftliche sektorale und ökologische Auswirkungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG)" die falschen Schlüsse. Während "Der Spiegel" schreibt, die angestrebte Verdoppelung des EEG-Anteils würde die Strompreise stark verteuern, beweist das Gutachten laut BWE, dass die von den Stromkunden aufzubringenden Kosten für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) auch bei weiterem Ausbau der erneuerbaren Energien gegenüber dem jetzigen Stand praktisch konstant bleiben.

Zudem erwecke das Magazin mit seiner Berichterstattung den Eindruck, dass Kommunen nicht selbst bestimmen könnten, wo sie Windkraftanlagen in ihrem Umkreis wünschen. Tatsache sei jedoch, dass gerade die Vorschriften des Baugesetzbuches den Kommunen explizit das Recht geben zu entscheiden, wo es Ausschluss- und Vorranggebiete für Windenergie geben soll.

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