40 Prozent mehr Umsatz

Windenergiebranche boomt trotz schrumpfenden Inlandsgeschäfts

Windkraftanlagenhersteller in Deutschland klagen trotz des weltweiten Booms der Branche über einen schrumpfenden Inlandsmarkt. Insgesamt hätten die deutschen Anbieter im vergangenen Jahr jedoch ein Umsatzwachstum von 40 Prozent verzeichnet, teilten die Branchenverbände DEWI, BWE und VDMA mit.

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Berlin (ddp.djn/sm) - Antrieb für das Wachstum habe vor allem das Auslandsgeschäft geliefert, während der deutsche Markt langsam an Volumen verliere, informieren das Deutsche Windenergie-Institut (DEWI), der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Für das laufende Jahr erwarten die Verbände im Inlandsgeschäft einen Umsatzrückgang um etwa 20 Prozent, während sie auf dem internationalen Markt mit rund 35 Prozent mehr Umsatz rechnen. Bereits im ersten Halbjahr habe sich der Umsatz in Deutschland um rund 25 Prozent reduziert.

Mit einem weltweiten Marktanteil von 37 Prozent im vergangenen Jahr sei Deutschland zwar weiter unangefochtener Marktführer in der Windindustrie, berichtete DEWI-Geschäftsführer Jens Peter Molly. Ohne einen stabilen Inlandsmarkt sei diese Spitzenstellung langfristig jedoch nicht zu halten. Die schnell steigende Exportrate könne zur Gefahr für den Produktionsstandort Deutschland werden, sagte BWE-Präsident Hermann Albers. "Unternehmen entscheiden, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen, weil das Geschäft hier sehr schwierig geworden ist", fügte er hinzu. Viele Projekte scheiterten an komplizierten Genehmigungsverfahren und strengen Auflagen für Windkraftanlagen.

Nach Angaben der Verbände erwirtschaftete die deutsche Windindustrie im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro. Inklusive der Firmen für Installation, Betrieb und Service habe die Branche 7,2 Milliarden Euro umgesetzt. Derzeit seien bundesweit über 19 000 Windenergieanlagen in Betrieb. Die Branche beschäftigt den Angaben zufolge rund 28 000 Mitarbeiter. Einschließlich der Bereiche wie Installation und Betrieb seien über 73 000 Menschen in dem Industriezweig beschäftigt.