Auf der Weltwindkonferenz

Windenergie-Weltpreise für deutsche Politiker

Hermann Scheer und Jürgen Trittin erhielten auf der Weltwindkonferenz in Peking den Weltpreis für Windenergie. Damit wurde die führende Rolle Deutschlands bei der Mobilisierung der Windenergie gewürdigt. Scheer sieht diesen Preis als Verpflichtung für weitere Arbeit im Bereich der erneuerbaren Energien.

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Peking (red) - Am Eröffnungstag der Dritten Weltwindkonferenz, die vom 1. bis zum 4. November in der chinesischen Hauptstadt Peking stattfindet, wurde der Weltpreis für Windenergie an den Bundestagsabgeordneten Dr. Hermann Scheer und an Bundesumweltminister Jürgen Trittin verliehen. Damit würdigte die Weltwindenergiekonferenz die führende Rolle Deutschlands in der Mobilisierung der Windenergie, zu der die beiden Politiker maßgeblich beigetragen haben. Darüber hinaus wurden die beiden Preisträger für ihre internationalen Aktivitäten zur Verbreitung der Windkraft geehrt.

Der Präsident der Welt-Windenergieverbandes (WWEA), Preben Maegaard, betonte in seiner Laudatio auf Hermann Scheer dessen breiten Einsatz für Erneuerbarer Energien, als Politiker, Autor der in viele Sprache übersetzten Büchern, die viele zu Initiativen für erneuerbare Energien inspirierten, als programmatischer Visionär für ein zukunftsfähiges Energiesystem und als Vorsitzender zweier zentraler Organisationen auf dem Feld der erneuerbaren Energien, nämlich Eurosolar und dem Weltrat für Erneuerbare Energien (WCRE). Nachdem er schon 1988 den Weltsolarpreis und 2000 den Welt-Bio-Energiepreis erhalten hatte, sei er nun Träger aller für erneuerbare Energien vergebene Weltpreise.

In der Laudatio auf Bundesminister Jürgen Trittin wurde dessen Einsatz für eine ökologische Energieversorgung in seiner nun mehr sechsjährigen Amtszeit hervorgehoben, besonders für die Ökosteuer und für die Entscheidung zum Ausstieg aus der Atomenergienutzung. Entscheidend für den Weltpreis sei allerdings sein Einsatz für die Erhaltung und Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gegenüber wachsenden Widerständen, wozu auch die Wegbereitung der Offshore-Perspektive für die Windkraft gehört, sowie seine Rolle für die Organisation der Internationalen Regierungskonferenz für erneuerbare Energien (renewables2004), die im Juni 2004 stattfand.

Der Bundesumweltminister würdigte in seiner Dankesrede die Arbeit seines Ministeriums und seiner Beamten – namentlich die unermüdliche Arbeit von Dr. Wolfhart Dürrschmidt. Er dankte Scheer für seinen Einsatz im Parlament für die Erneuerbaren Energien und Windenergie im Allgemeinen und für das EEG im Besonderen. Scheer betonte in seiner Dankesrede, dass er diesen Preis nicht nur als Würdigung seiner bisherigen Verdienste verstehe, sondern vor allem als Verpflichtung für die weitere Arbeit: "Die meiste Arbeit für die Mobilisierung erneuerbarer Energien liegt noch vor uns!"

Beide Preisträger hoben in ihren Reden auf der Konferenz die schlüsselhafte Rolle hervor, die die Energieentwicklung Chinas für die ganze Welt spiele. Dieses Land habe nicht nur die größte Bevölkerungszahl, sondern auch die höchsten Energiezuwachsraten. Gerade hier komme es darauf an, dass die Weichen in Richtung auf erneuerbaren Energien jetzt gestellt werden, wobei es gerade für die Windkraft besonders große Möglichkeiten gebe.