"Kompromisslos"

Windenergie-Unternehmen will Behörde verklagen

Die Energiegesellschaft Nordost mbH will nach eigenen Angaben das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt verklagen. Das Amt hatte am Freitag das "Windpark-Vorhaben Gerbstedt" mit 17 Windkraftanlagen im Mansfelder Land auf Grundlage einer Umweltverträglichkeitsprüfung untersagt.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Gerbstedt (ddp-lsa/sm) - Da der östliche Vorharz bereits durch den Windpark Gerbstedt-Ihlewitz vorbelastet sei, wäre der Artenschutz für den Greifvogel Rotmilan und die Fledermäuse in der Region gefährdet, so die Begründung der Behörde.

Die betroffenen Unternehmen beklagen nun die Kompromisslosigkeit, mit der die Entscheidung nach fast einjährigem Genehmigungsverfahren gefällt wurde. Weder die Umwelt-Gutachten von vier beauftragten Fachbüros seien berücksichtigt worden, noch das Angebot, statt 17 nur zehn neue Anlagen zu bauen.

Laut Unternehmensangaben hätte das Projekt mehr als 17.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Energie versorgen können. Durch eine Absage an das Projekt verhindere das Land Arbeit und Investitionen. Die wirtschaftlichen Einbußen seien "enorm".

So würde die Stadt Gerbstedt durch die Gewerbesteuer und über eigene Flächen an dem Projekt jährlich etwa 200.000 Euro verdienen, teilten die Windpark-Betreiber mit. Eine ähnliche Summe wäre bei Grundstückseigentümern und landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region verblieben. Für den Hersteller der Anlagen ständen mehr als 34 Millionen Euro Umsatz auf dem Spiel. Infrastrukturarbeiten, mit denen lokale und regionale Unternehmen beauftragt werden sollten, hätten rund 1,5 Millionen Euro Umsatz gebracht.