Fallende Preise

Wieder Gewinnrückgang bei Eon

Deutschlands größter Energiekonzern Eon leidet weiter unter fallenden Preisen an den Strombörsen sowie unter dem starken Euro. Auch der Verkauf von Unternehmensteilen schmälert den Gewinn im ersten Quartal 2014 deutlich, nachdem er sich im Vorjahr bereits halbiert hatte.

EON© E.ON SE

Düsseldorf (dpa-AFX/red) - Der um Sonderposten bereinigte Konzernüberschuss fiel in den ersten drei Monaten des Jahres um 13 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro, wie das im Dax notierte Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. In Europa drückte zudem die milde Witterung den Verbrauch, in Russland der schwache Rubel. Die erneuerbaren Energien sowie die Gas- und Ölförderung legten dagegen zu. Die Prognose bestätigte Eon.

Der Umsatz ging um elf Prozent auf 31,82 Milliarden Euro zurück, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lag mit 3,16 Milliarden Euro zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert. Analysten hatten in etwa mit Zahlen in dieser Größenordnung gerechnet, lediglich der Umsatz sank stärker als erwartet. An der Börse startete die Aktie mit einem leichten Aufschlag in einem freundlichen Markt.

Investitionen in Brasilien

Zu Berichten über eine Art "Atom-Bad-Bank", also einen Fonds für die Abwicklung des Atomausstiegs, äußerten sich die Düsseldorfer in ihrem Quartalsbericht nicht. Mit Blick auf die Aktivitäten in Brasilien, in die der Konzern für seine Minderheitsbeteiligung am Energieversorger Eneva erneut 200 Millionen Euro investieren muss, versuchte Konzernchef Johannes Teyssen zu beruhigen. "Wir werden diese Schritte mit der größtmöglichen Sorgfalt und zum Wohle Eons und ihrer Aktionäre gestalten", schrieb er im Quartalsbericht. Er räumte ein, die wirtschaftliche Situation der brasilianischen Gesellschaft sei weiter angespannt.

Kraftwerke sollen stillgelegt werden

In Europa ist der Strompreis im Großhandel wegen einer sinkenden Energienachfrage und eines immer größeren Ökostromanteils stark rückläufig. Außerdem kommen wegen des Vorrangs von Wind- und Sonnenstrom bei der Einspeisung Gas- und Kohlekraftwerke immer weniger zum Einsatz. Viele Anlagen lassen sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Eon hat ein Viertel seines fossilen Kraftwerksparks zur Stilllegung angemeldet. Im ersten Quartal profitierte der Konzern jedoch von Sondereffekten sowie von Zahlungen für den Weiterbetrieb der Gaskraftwerke Irsching 4 und 5, die die Bundesnetzagentur als systemrelevant eingestuft hatte.

Öl, Gas und Erneuerbare

Bei den erneuerbaren Energien steigerte Eon das operative Ergebnis um ein Fünftel. Die Öl- und Gasproduktion verdoppelte fast ihren Gewinn dank höherer Fördermengen aus den Nordseefeldern. Rückläufig war dagegen das Geschäft in Europa, wo regulatorische Eingriffe die Erträge schmälerten und die milde Witterung für einen geringeren Verbrauch sorgte. Auch der starke Euro wirkte sich aus - vor allem in Russland. Wegen Rubel-Abwertung und sinkendem Verbrauch verdiente Eon hier fast nur noch die Hälfte.

Die Prognose blieb unverändert. Eon erwartet ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 8,0 bis 8,6 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn von 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro - 2013 hatte sich der Gewinn bereits auf 2,2 Milliarden Euro fast halbiert.