Bergbau-Streit im Saarland

Wieder Abbaustopp im Flöz Grangeleisen

Die saarländische Landesregierung will die Betriebsplanzulassung für die Steinkohlegewinnung im Streb 20.3-Ost im Flöz Grangeleisen widerrufen. Der Wirtschaftsminister ist beauftragt, eine entsprechende Anweisung gegenüber der Bergbehörde auszusprechen, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Albert Hettrich.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp/sm) - Nach Auffassung der Landesregierung haben die Zahl und die Intensität der bergbaubedingten Erderschütterungen zu einer nicht mehr zumutbaren Belastung für die Bevölkerung geführt. Der Widerrufsbescheid soll unverzüglich umgesetzt werden. Die Deutsche Steinkohle AG (DSK) muss zuvor angehört werden, dies soll in den nächsten Tagen erfolgen, ein Abbaustopp würde dann erst gegen Ende der Woche greifen.

Nach einer Reihe von bergbaubedingten Erderschütterungen hatten die Bergbaubehörden bereits Ende September einen vorläufigen Abbaustopp sowie den Einsatz des so genannten Hydro-Frac-Verfahrens angeordnet. Damit sollten die Erderschütterungen deutlich vermindert werden. Nachdem sich das Hydro-Frac-Verfahren jedoch als technisch nicht durchführbar erwiesen hatte, hatte die DSK für rund 450 Mitarbeiter zeitweise Kurzarbeit angemeldet und eine Aufhebung des Abbaustopps beantragt. Anfang November wurde die Anordnung wegen eines Formfehlers vom Verwaltungsgericht aufgehoben und die Förderung wieder aufgenommen.

Im Streb 20.3-Ost werden täglich 2500 Tonnen Kohle abgebaut, dies entspricht nach Hettrichs Angaben etwa einem Viertel der Gesamtförderung des Bergwerks Saar. Der Abbau war bis Mitte kommenden Jahres geplant. Dennoch sieht das Wirtschaftsministerium durch einen Abbaustopp das Bergwerk "nicht existenziell" gefährdet. So könnte laut Hettrich der Abbau im nächsten Streb 20.4-Ost vorgezogen werden. Dort sei aufgrund der geologischen Voraussetzungen mit weniger Erderschütterungen zu rechnen.

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