Pilotprojekt

Wie sich eine Gemeinde komplett selbst mit Strom versorgt

Der Hunsrück-Ort Morbach hat sich bereits im Jahr 2000 auf den Weg zur energieautarken Gemeinde gemacht. Im Energiepark Morbach stehen inzwischen 14 Windräder der Zwei-Megawatt-Klasse, eine Biogasanlage sowie eine 1,23 Hektar große Photovoltaikanlage.

Stromleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Morbach (dapd/red) - Damit produziert der vom Wörrstadter Windenergieunternehmen JuWi betriebene Energiepark derzeit rund 55 Millionen Kilowatt Strom, genug für etwa 14.000 Haushalte. Damit sind die 4.000 Haushalte von Morbach mit ihren rund 11.000 Einwohnern energieautark durch Ökostrom.

Ziel der Gemeinde ist es aber, auch das Gewerbegebiet mit seinen rund 3.500 Arbeitsplätzen komplett mit eigenem Strom aus regenerativen Quellen zu versorgen. Dafür müssten allerdings Anlagen installiert werden, die jährlich eine Energie von 200 Millionen Kilowatt bereitstellen können. Der Energiepark soll deshalb weiter ausgebaut werden. Auf dem Gelände steht auch eine Holzpellets-Fabrik, dort wird zur Trocknung der kleinen Holzbriketts die Abwärme der Biogasanlage verwendet.

Aus dem Abfallprodukt CO2 der Biogasanlage wird nun im Probebetrieb durch eine neue Anlage synthetisches Erdgas erzeugt. Die neue Technologie wandelt Wasser und Kohlendioxid (CO2) mit Hilfe von Ökostrom aus Wind- oder Solarenergie direkt in synthetisches Erdgas um: In der Elektrolyse wird im ersten Schritt Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Im zweiten Schritt wird der Wasserstoff mit CO2 direkt zu Methan (CH4) umgesetzt. Dabei steigt die Energiedichte um den Faktor 3 an und es entsteht ein marktfähiger und handelbarer Energieträger, der Erdgasqualität besitzt.