Atomexport

"Wie radioaktiv ist meine Bank?"

Von 2000 bis 2009 förderten deutsche Kreditinstitute einer Studie zufolge mit knapp 19 Milliarden Euro oftmals ökologisch fragwürdige oder unsichere Vorhaben der Nuklearindustrie. Die erstmals international recherchierten Zahlen seien vermutlich nur die Spitze eines Eisbergs, heißt es in einer Studie.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Frankfurt/Main (dapd/red) - Darüber berichtet eine von mehreren Umweltorganisationen wie Greenpeace in Auftrag gegebene Untersuchung mit dem Titel "Wie radioaktiv ist meine Bank?", wie die "Frankfurter Rundschau" (Dienstagsausgabe) berichtet.

Als besonders der Atomwirtschaft verbunden weist die Erhebung die Deutsche Bank aus. Sie förderte im untersuchten Zeitraum internationale Projekte mit mehr als 7,8 Milliarden Euro. Ihre Hilfen in Form von Krediten oder Anleihen kamen unter anderem dem wegen der Gesundheitsgefährdung für die Beschäftigten hoch umstrittenen Uranabbau in Afrika durch den französischen Areva-Konzern zugute.

Die Commerzbank, die Nuklearfirmen mit gut 3,9 Milliarden Euro zur Seite sprang, wird gerügt, weil sie indirekt die heftig kritisierte Entsorgung von Uranabfällen durch den E.ON-Konzern nach Russland unterstützte. Im Visier der Umweltschützer sind auch deutsche Landesbanken, allen voran die BayernLB.

Der Kernvorwurf der Studie lautet, dass die Geldhäuser nicht sorgfältig genug auf die konkrete Verwendung ihrer Kredite achteten und für ihre Kunden in Deutschland damit keine Transparenz herstellten. Für Sparer und Anleger sei es damit "nahezu unmöglich", in Erfahrung zu bringen, was die Banken mit ihrem Geld machten, wird kritisiert.