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Ausgleich leistenNicht nur Reiseveranstalter sind zunehmend um ein nachhaltiges und umweltfreundliches Image bemüht. Auch so mancher Tourist erkennt das Dilemma: Er möchte in die Ferne schweifen, fügt damit aber der Umwelt Schaden zu. Was man tun kann, wenn einen wegen der Reise das Umweltgewissen plagt, erfahren Sie hier.
Linden (red) - Die klimafreundlichste Reise ist natürlich die, die gar nicht oder zumindest unmotorisiert getätigt wird. Im nahen Mittelgebirge wandern, mit dem Fahrrad die Verwandtschaft besuchen – was die Klimabilanz angeht, sind Urlauber, die es nicht in die Ferne zieht, die umweltfreundlicheren.
Dennoch ist Urlaub vor der Haustür nicht jedermanns Sache und viele möchten in ihrem wohlverdienten Urlaub in den warmen Süden oder die exotische Ferne reisen. Bei mittleren Strecken sollte man überlegen, ob es sich nicht lohnt, Bus oder Bahn zu nutzen. Im Vergleich zum eigenen Auto oder gar dem Flugzeug ist hier die Klimabelastung pro Person geringer. Es kommt jedoch auch darauf an, dass das Fahrzeug möglichst gut ausgelastet sein sollte.
Mit dem Fahrrad reist es sich umweltfreundlich.
(Foto / Abb.: Hermera)
Je mehr Menschen, desto weniger Emissionen – das trifft nicht auf das Flugzeug zu. Flugreisen sind mit weitem Abstand die klimaschädlichsten, da Unmengen an Treibstoff verbraucht und klimaschädliche Abgase ausgestoßen werden. Nach Angaben des Umweltbundesamts verursacht etwa ein Hin- und Rückflug auf die Malediven pro Person fünf Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid. Nach Berechnungen des Weltklimarats dürften pro Person nicht mehr als zwei Tonnen Klimagase pro Jahr anfallen, um den Klimawandel nicht weiter zu befördern. Zudem wirken die Emissionen eines Flugzeugs durch die Höhe viel stärker als am Boden.
Gerade bei Fernreisen sind angesichts begrenzter Urlaubszeit Flüge oft die einzige Möglichkeit. Einige Reiseveranstalter und auch Online-Reiseportale arbeiten mit Klimaschutzprojekten zusammen, an die Kunden eine freiwillige Spende leisten können. Die Menge an Emissionen, die durch eine Flugreise anfällt, wird so an anderer Stelle eingespart. Auch wenn der Veranstalter oder das Reisebüro keine Kooperation mit einer Klimaschutzorganisation haben, kann man selbst seine verursachten Emissionen kompensieren.
Atmosfair.de beispielsweise bietet auf seiner Internetseite einen Rechner, mit dem man nicht nur die Klimawirkung eines Urlaubsfluges, sondern auch einer Kreuzfahrt oder eines Kongresses berechnen kann. Atmosfair unterstützt mit den Beiträgen Projekte in aller Welt. Für einen Flug nach Mallorca werden beispielsweise 17 Euro für den Ausgleich berechnet, für eine Reise in die Dominikanische Republik zahlt man ein Äquivalent von 130 Euro. Das Portal myclimate.org rechnet etwas anders und man kann zwischen verschiedenen Kompensationsmodellen wählen. Auf beide Portale verweist der Verbraucherzentrale Bundesverband.
Wem es wirklich ernst ist mit dem Vorsatz, umweltfreundlich reisen zu wollen, der kann auch über das Anreisemittel hinaus seine Reise entsprechend planen. Vor Ort kann man Rad oder Bus nutzen statt den Mietwagen, bei Unterkünften kann man auf Ökosiegel achten (etwa das "EU Ecolabel" und "Biohotels" in Europa oder "Ecocamping" in Deutschland, der Schweiz und Österreich).
Ebenso ist es möglich, sich gezielt für einen nachhaltig arbeitenden Reiseveranstalter zu entscheiden. Das forumandersreisen.de listet Reiseveranstalter, die sich durch Nachhaltigkeit auszeichnen. Die Unternehmen, meist kleinere oder Spezial-Reiseveranstalter, müssen sich an das CSR-System (Corporate Social Responsability) halten, das verschiedene ökologische und soziale Kriterien beinhaltet. Wenn man am Urlaubsort mitdenkt, ergeben sich sicher noch weitere Möglichkeiten, zumindest einen kleinen persönlichen Beitrag zu leisten.
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